Ok - habe den Text jetzt paar mal gelesen und weiß nicht so recht auf was Du hinaus willst. Also nur mal um etwas mehr Information dazu von damals weiterzugeben:
"Umständliche Messung" ?:
Bitte geh mal davon aus, dass wir damals im Orgateam und der "Community" uns wirklich EXTREM viele Gedanken gemacht und auch SEHR VIELE praktische Tests mit unterschiedlichen Ansätzen ausgeführt haben wie man die Geschwindigkeit(en) eines aus besonderen Materialien (Kunststoffen und Carbon) bestehenden, sich schnell bewegenden (und dazu noch drehenden) Objekts an Leinen, in einem nicht 100% fixen Kegel (Arme bewegen sich, Pilot wird nach vorne gezogen, korrigiert, Leinendehnung usw.) / Windfenster zuverlässig erfassen kann. Das Orgateam und Helfer bestanden nebenbei erwähnt aus Informatikern/Softwareentwickler, Physiker, Ingenieuren, Kaufläute, Handwerkern, Beamte, Eventveranstalter, Installateuren, Rettungshelfer(in) (alle erfahrene Drachen -Bauer, -Piloten und -Entwickler). Keiner von uns wohnte in der Nähe der See und alle waren/sind vom Binnenlandwind geprägt/geschädigt und jeder genießt den tollen Wind an der See WENN MÖGLICH...
Btw: Messungen zwischen auf Strecke mit feststehenden Objekten als Referenz haben sich als zu ungenau für unsern Zweck hier erwiesen. Weil wie erfasst Du das? Mit einer Stoppuhr?!, Optischem resp. Unterbrechungs- Sensor / Chronograph bzw. Lichtschranke (optoelektronisch)? etc. - alles schon getestet und für genau diesen Zweck als wenig praktikabel resp. ungenau festgestellt. Über den COSINE EFFECT musst dich dann auch mal einlesen. Das würde hier den Rahmen sprengen. Wir wollen ja die Geschwindigkeit über einen möglichst großen Bereich erfassen und nicht nur genau an diesem einen Punkt wo das Messgerät steht oder nur den Durchschnitt. Eine ausreichend schnelle Laserzielerfassung-Geschwindigkeitsmessung ist extrem schwierig und überfordert schnell wenn man das von Hand macht bei Kites die über 200 km/h fliegen können. Eine automatisierte Laser-Zielerfassung zu bauen ist zwar möglich, aber vom Aufwand und Budget extrem teuer und aufwändig (zumindest damals). Das Dingen einfach aufs Statif stellen und hoffen, dass der Pilot genau in den Messstrahl des Lasers fliegt kannst praktisch vergessen. Die Geschwindigkeitsmessung von Drachen wurde von den Kollegen aus Frankreich (die vor uns die Events aufrecht hielten) liefen über optische Auswertung einer Video-Kamera per Bilder pro Sekunde und Distanz dazwischen Fixpunkten. Getestet wurde auch die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Methode zur Flugabwehr und von Peter Rieleit (siehe dazu sein Buch "Leistungsstarke Lenkdrachen zum Nachbauen") bekannte Geschwindkeitsmessung durch Fotoauswertung über die Verschlusszeiten und Skalierung. Nebenbei erwähnt hat sich da dann gezeigt, dass das sehr Situationsabhängig ist und es kann zu relativ großen Abweichungen bei der Messung führen und es sind vor allem nur wenige Messungen pro Durchgang möglich.
Pitot-Rohr Messung oder GPS am Kite bringen erhebliche Probleme mit der Gewichtsverteilung des Messgeräts/Sensors am Kite. Ja - selbst 10-38 Gramm sind da ein großes Problem.
Ein weiteres Problem ist auszuschließen, dass nur bestimmte Teile des sich mehr oder weniger stark rotierenden Kites erfasst werden. So kann es z.B. vorkommen, dass nur die Flügelspitze bei einer heftigen Lenkbewegung / Spinn kurz vorm Messgerät erfasst werden. Resultat ist dann eine Messung die bis zum Faktor x3 von der tatsächlichen Geschwindigkeit des eigentlichen gesamten Kites abweicht.
Bei ganz vielen Sportarten werden ja die Objekte gemessen um bessere Trainingsergebnisse / Performance zu erziehen z.B. Baseball -> Abschlaggeschwindigkeit, Tennis / -> Aufschlags, Bogenschießen, Waffen/Schützensport / Munitionstests, Golf, Handball, Fußball, etc. Natürlich ist der höchste Wert der Messung dabei interessant.
Wegen der Leinenlänge: Die 35 m haben sich, um besser vergleichen und bauen zu können, durchgesetzt. Die meisten "echten Speedkites" sind auf diese Leinenlänge gebaut und abgestimmt und erreichen ihre Höchstgeschwindigkeit genau damit (gibt natürlich Ausnahmen!). ABER wir haben in der Freien Klasse keine Leinenlängen Vorgaben gemacht damals (nur das Flugfeld resp. der Sicherheitsbereich waren das Limit). So haben wir auch bis zu 60 m Leinen gemessen damit und natürlich auch kürzere Leinen bis runter auf 20 m.
Abschließend -> nicht alles was schnell aussieht, sich schnell anfühlt oder sich schnell anhört ist auch wirklich "schnell"!
Zitat
"einer hat sich aufgeregt weil ich den little arrow an langer Leine bei Leichtwind fliege (macht richtig Spassss) und von Performens schreibt, stimme ich zu, der Kite bringt dieselbe!!!(Performens=Leistung ?) naja das wärs jetzt mal .....
Etwas OT: Der wo Dir da geschrieben hatte war Matthias Franke - der Entwickler des Little Arrow für Invento HQ. Einer der besten und erfahrensten Drachenbauer/Entwickler den ich kenne. Er hat sich halt gewundert warum das jemand machen würde. Er hatte den Kite für was anderes entwickelt. Die ggf. überlangen Leinen bremsen den kleinen Flügel ein, sprich der Speedkite verliert an Performance aka Geschwindigkeit. Das lässt sich problemlos messen... Wobei wie gesagt ich auch sehr gerne die kleinen Dinger an langen Leinen fliege. Spaß am Fliegen kann / sollte auch Performance sein. 