Beiträge von KitingTom

    Übersetzung von "Froggy's Kite Class Centipede Kite" (Link)


    Einige Vorbemerkungen in eigener Sache:
    - Die Richtigkeit der Übersetzung kann ich nicht garantieren, denke aber, 's passt!
    - Einige Inhalte mußten sinngemäß übersetzt werden; andere Formulierungen sind natürlich möglich.
    - Der häufige Wechsel der Zeiten (Gegenwart, Vergangenheit) entspricht dem Originaltext.
    - Die angegebenen Maße habe ich willkürlich gerundet. Wer die Maße genauestens wissen möchte, kann z.B. diese Umrechnungshilfe ausprobieren. Ich habe hier damit gearbeitet.
    - Für den Admin: Eine Erlaubnis habe ich nicht eingeholt; die wird wohl auch nicht nötig sein. Die Herkunft des Inhalts ist ja eindeutig angegeben.


    [hr]



    Froggy's Drachenkurs-Centipede


    Froggy's Drachen eines Gruppenprojekts wurde aus Styropor-Picknicktellern, einem Federstaubwedel und Bambusstäben gemacht. Sie benutzte die Pläne, die in einem Artikel des American Kite Association-Heftes (März/April 1998, Ausgabe 20, Nr.2, Seite 11) standen.
    Der Artikel ist "Dermer's Drache" von Richard Dermer.




    Dermer's Drache


    Von Richard Dermer
    AKA Kiting Ausgabe 20, Nr.2 März/April 1998


    Vor ein paar Jahren wurden Marti und ich gefragt, ob wir während des Sommerprogramms einer Bibliothek mit Kindern einen chinesischen Drachen bauen würden. Wir taten es, und ihr könnt das auch. Wie's geht, steht hier:


    Für eine wirklich einfache Bauweise nehmt Styropor-Picknickteller als Drachenscheiben.
    Über die Mitte der konkaven Seiten klebten wir mit einer Heißklebepistole 76cm lange "Auslegerstäbe" an beide Tellerränder. Dann wurde ein zweiter Stab, 2.5cm länger als der Tellerdurchmesser, rechtwinklig über den Ausleger geklebt. Am unteren Rand bündig, ergeben die oben überstehenden 2.5cm den Anbindepunkt der oberen Verbindungsleine. Diese Stäbe stammten aus einem Bambus-Rollo, doch ebenso könnte man 3mm-Rundstäbe verwenden.


    Wir haben eine Menge dieser Zellen vorgefertigt und sie dann zur Dekoration mit Filzstiften an die Kinder verteilt. Wenn ihr wollt, legt ein Thema fest, aber wählt ein einfaches.
    Nach der Dekoration mußten die Kinder mit Klebeband Quasten aus Lametta an die Auslegerenden kleben. Am besten bereitet man diese Quasten ebenfalls vor, damit sie alle gleich sind. Für ein besseres Gleichgewicht (auch wenn wir es hier nicht für nötig halten) kann jede Scheibe am oberen Mittelstab aufgehängt werden, um dann aus der schwereren Quaste kleine Materialmengen zu entfernen.


    Um die Zellen zu verbinden, haben wir im Garten drei 45kg-Leinen (Dacron, geflochten) vorgereckt. Wir spannten sie dann gleichmäßig, und im Abstand von 45cm erhielten alle drei Leinen Filzstiftmarkierungen. (Erst später fand ich heraus, daß die Abstände hätten geringer sein können. Das 1.5-fache des Scheibendurchmessers ist ausreichend.)
    Wichtig: Ihr müßt Dacron- oder Spectra-Leine nehmen, um Dehnung auszuschließen. Nylon dehnt sich zu sehr und ist damit unbrauchbar.


    Nachdem die Kinder die Scheiben bemalt und die Quasten angebracht hatten, befestigten wir alle drei Verbindungsleinen an einer Türklinke. Etwa 150cm Leine, mit speziellen Markierungen für Kopf und Waage, ließen wir frei. Dann begannen wir, die Leinen jeweils mit Buchtknoten an den markierten Stellen an die beiden Ausleger und die obere Stabspitze jeder Scheibe zu knoten. Die bemalte konvexe Seite zeigt nach vorne, die Stäbe sind auf der konkaven Rückseite.
    Tipp: Ein großer Raum oder ein langer Flur, in dem man arbeiten kann, ist eine echte Hilfe. Die Buchtknoten brauchen einige Zeit, insbesondere das Führen über die mit Quasten versehenen Ausleger und das genaue Strammziehen dicht am Teller. Es ist gut, viele helfende Hände zu haben: Drei Paar, die von vorne bis hinten alle Knoten machen, und weitere, die den Drachen und die Leinen halten, wie es gerade gebraucht wird.
    Wenn alle Knoten richtig sitzen und zugezogen sind, sichert sie mit einem Tropfen Sekundenkleber gegen Verrutschen.


    Nachdem alle Zellen aneinandergereiht waren, brachten wir den Kopf an. Dieser war eine flache farbige Figur, die der Bibliothekar aus Papier geklebt hatte. Wir verstärkten die Rückseite mit vielen Bambusstäben und Klebeband, und bohrten dann drei Löcher hindurch, genau im Abstand der Befestigungspunkte der Zellen. Wir vergewisserten uns, daß die Löcher im Bereich stabiler Bambuskreuzungen waren, knoteten die drei Verbindungsleinen (jetzt nicht mehr an der Türklinke) auf Höhe der ersten Markierungen an das Bambusgerüst und zogen sie durch die Löcher auf die Vorderseite des Drachenkopfes.
    Ungefähr 90cm vor dem Kopf verknoteten wir die Leinen miteinander (Lange Waageleinen sind besser als kurze). Wir achteten darauf, daß die seitlichen Leinen gleichlang waren und die obere Leine nur ein bißchen kürzer - genug, um den Kopf und die Scheiben während des Fluges ungefähr 15 Grad nach vorne zu neigen. Mit diesem Waagewinkel muß man wohl experimentieren - wir hatten mit dem ersten Versuch Glück.


    Das war's. Rund ein Dutzend Kinder half uns, das Ganze zu transportieren, zogen es auseinander, raus durch die Tür und den Bürgersteig hinunter zu einem großen freien Flugfeld. Ich brachte eine 45kg-Flugleine am Zugpunkt der Waage an und ging rückwärts, sodaß ich etwa 15 Meter Leine in Windrichtung bis zum Drachenkopf hatte. Die Kinder, die den Drachen gestreckt und gespannt hielten, mußten gleichzeitig loslassen. Hoch ging's! 44 Zellen plus Kopf machten den Drachen 21 Meter lang, und er flog großartig, wellenförmig vor- und zurückschlängelnd. Die Quastenausleger glitzerten in der Sonne, und die Kinder waren begeistert!


    Ein Problem dieses Drachens war die Unhandlichkeit am Boden. Die Auslegerstäbe verhinderten das Ineinanderlegen der Teller. So war er in seinem kompaktesten Format 76 x 25 x 122 Zentimeter groß, und das konnte nur mit vorsichtigem ! Umgang und Bündeln bewältigt werden. Wir überließen den Drachen dem Bibliothekar - als ich ihn zuletzt sah, hing der Drachen lang gestreckt innen unter der Decke. (Es ist eine große Bibliothek.)


    Um sicherzustellen, daß es funktionierte, hatten wir vor der Durchführung des Workshops einen Prototyp gebaut. Der erste hatte nur 12 undekorierte Teller und keinen Kopf. Während ein flacher Kopf, so wie wir ihn gebrauchten, zusätzlichen Auftrieb bringen kann, dient der traditionelle 3D-Drachenkopf der Optik, nicht der Aerodynamik. Je größer solch ein Kopf, umso mehr Zellen braucht ihr, um ihn zu heben.



    Probiert ihn aus! Er ist billig, unkompliziert und auffällig. Beim Zilker Park Festival in Austin, Texas, gewann unser schlichter Prototyp den Preis als "Ungewöhnlichster Drachen".


    ______________________________________________________________________



    Anmerkungen von Jennifer Snyder aka Froggy, Sommer 1999


    "Ich probierte diese Anleitung mit einer Kinderdrachenbaugruppe, und beim Dance Palace Day Camp, Point Reyes Station, California, gewann er als "Bester Drachen".


    Ein ausgezeichneter Drachen für Kinder. Dabei waren 15 Kinder, und jedes bemalte drei Teller mit strahlenden Tempra-Farben. Ich gab ihnen drei Farben, und sie konnten ihre Muster frei wählen. Die Farben koordinierten die Designs und erzeugten eine wundervolle Wirkung. An den Enden der horizontalen Stäbe benutzten wir Federn, deren Farben ebenso aufeinander abgestimmt waren. Das vervollständigte die Wirkung eines wunderschön gestalteten Drachens. Als er beim ersten Versuch flog, waren die Kinder völlig begeistert. Ein riesiger Erfolg! Vielen, vielen Dank, Richard und Marti!"


    .


    .

    Zitat von Flummy

    Und mal ganz ehrlich? Wer hier hat noch nie einen Drachen voll in den Acker gehauen?:D
    (Ausser die Einleinerflieger )

    Och, naja, dann darf ich dir verraten, daß wir (Einleinerflieger) das auch können. Dies ist aber die einzige Trickfigur, die wir kennen! :-O


    Hier noch ein Vorschlag zu einem "schön" lauten Stäbchendrachen: "Morpheus" von PAW. Diesen Krachmacher lernte ich gestern Abend auf unserer Drachenwiese kennen... :O

    Zitat von Shoty

    (...) Schnur drumbinden (... usw.)

    Das hab' ich schon ein paarmal versucht, bei mir hat's nie funktioniert. :-/
    Angeblich hätte es mit einem stramm herumgewickelten Wollfaden, der dann mit Benzin getränkt wird, klappen sollen. (Benzin deshalb, weil es sehr heiß brennt.) Irgendwie war ich aber dafür wohl zu dumm... :kirre:

    Zitat von knever

    Es hat etwas gedauert (...) Der Bogen fliegt jetzt viel ruhiger (...)

    :H: Na bitte, geht doch! :)
    Wenn jetzt noch ein, zwei schöne Bilder kommen, dann freuen wir uns doppelt! :-O

    Zitat von Dra-Ro

    (...) leider muss ich notgedrungen öfter mal auf kleinen Feldwegen zwischen bewirtschafteten Feldern fliegen. (...) spätestens beim Landen auf dem bestellten Acker zum Liegen kommen würde und so der Ärger mit dem Bauern vorprogrammiert wäre.

    Mein wohnortnaher Kite Spot ist etwa fünf Minuten Fußmarsch bzw. zwei Minuten Radfahrt entfernt und besteht aus einem knapp 400 Meter langen grasbewachsenen Feldweg. Seit etwas mehr als drei Jahren fliege ich dort meine Drachen, und bislang hat sich keiner der Landwirte darüber beschwert, wenn einer oder auch mehrere meiner Drachen auf einem der Felder niedergingen. Insoweit ist dein Problem für mich kaum nachvollziehbar, zumal ein Drachenschwanz viel leichter herangezogen werden kann als ein Drachen, der bei voller 100m-Leinenlänge ständig zwischen die Gewächse rutscht (besonders Raps und Mais sind wahre Drachenkiller!). :(


    Zitat

    Loswerden möchte meinen trotzdem nicht ;)

    Grrrummmbl... :-/ :(


    Naja, fragen kost' ja nix, oder? ;)

    Zitat von Onkel Schulz

    (...) Es wäre aber schön, wenn man die Drachengröße, usw. mit den Bodenankern kombinieren könnte! (...) Die Hersteller geben an, welche Schnur man für welchen Drachen benötigt. Allerdings kann einen kaum jemand sagen, welcher Bodenanker für diesen Drachen ausreicht. Hier sind dann eigentlich Eure langjährigen Erfahrungen gefragt.

    Du vergisst bei deinem Ansatz, daß die von Drachenherstellern angegebenen Leinenstärken wirklich nur grobe Empfehlungen sein können. Fast jeder Drachen kann abhängig von den Windverhältnissen und Einsatzzwecken an verschieden starken Leinen geflogen werden. Entsprechend variabel können daher auch die Ansprüche an die Bodenanker sein.
    Wenn du aber, wie ich dich hier verstehe, einem bestimmten Drachen eine Leinenstärke und einen Bodenanker zuordnen willst, machst du einen großen Fehler!

    Zitat

    Schreibt doch einfach mal Eure Drachen, Bodenanker, usw. hier auf, damit man Eure Erfahrungen vergleichen kann!

    Eben dies ist in den älteren Threads von vielen erfahrenen Drachenpiloten bereits gemacht worden, und die Darstellungen können auch sehr einfach miteinander verglichen werden.


    Schön ist, daß immer weitere Erfahrungsberichte von "neuen" Drachenpiloten hinzukommen, wenn wieder einmal ein solcher Thread gestartet wird. :)

    @ Onkel Schulz

    Zitat von Onkel Schulz

    Vielleicht sollte ich den Thread hier auch auf andere Bodenanker erweitern. (...) Es wird hier bestimmt noch mehr Interessierte geben!

    Vielleicht brauchst du das aber auch nicht machen, denn sieh mal: :)
    Bodenanker 1, gestartet Anfang August 2002,
    Bodenanker 2, gestartet Anfang Mai 2009,
    Bodenanker 3, gestartet Anfang März 2010,
    um nur drei weitere Threads zu nennen.


    Grundsätzlich finde ich es wirklich gut, wenn das Thema von verschiedenen Drachenfliegern immer wieder mal in Erinnerung gerufen wird. Es geht ja immerhin um einen wichtigen Sicherheitsaspekt. :H:

    Hi!
    Im Folgenden habe ich die Reihenfolge der zitierten Passagen aus Dietmars Beitrag verändert, weil's mir so "besser in den Kram" passte. Also nicht verwirren lassen! ;)


    Zitat von DK

    Übrigens: die Flugphysik eines Drachen zu erklären, ohne die durch die Leine eingebrachten Kräfte zu berücksichtigen (...) kann nicht erschöpfend zum Ziel führen (...)

    Stimmt auffallend! :H:


    Zitat von DK

    (...) der innere Druck der die Form eines Stablosen bewahrt, wird durch den Staudruck in den vorderen Öffnungen erzeugt.

    Meine Meinung: Das stimmt auffallend nicht! :(
    Druck, erzeugt durch den Rückstau im Innern eines (beliebigen) Gebildes, besteht nicht nur an den (vorderen) Öffnungen, sondern überall in der Hülle. Ich vermute, daß dabei an verschiedenen Punkten innerhalb der Hülle, abhängig von der Formgebung, unterschiedliche Drücke gemessen werden könnten.


    Zitat von DK

    Bildet die Form zufälligerweise eine insgesamt nach oben gerichtete Auftriebskraft, fliegt der Drachen.

    Naja, etwas unglücklich ausgedrückt. Es ist ja nicht die Form, welche die Auftriebskraft bildet. Die Form ist allerdings ursächlich für die Entstehung jeder möglichen Kraft.


    Zitat von DK

    Der Grund warum das so ist, liegt in der komplexen Aerodynamik, die mit der von Flugzeugen identisch ist.

    Dem kann ich vorbehaltlos zustimmen. :H:


    Aber:
    Ein Drachen könnte genau so gut nach unten, nach links oder rechts fliegen. Daß er nach oben fliegt, liegt einzig und allein an der Erdanziehungskraft!


    Könnte man die Konstante der Gravitation aus den Betrachtungen streichen, würde ein einleiniger Drachen mit perfekten Flugeigenschaften relativ immer die gleiche Position zum Ankerpunkt der Leine einnehmen.
    Die möglichen Positionen kann man sich gut vorstellen, wenn man sie z.B. auf ein herkömmliches Koordinatensystem (zweidimensional, vier Quadranten) überträgt: Dabei wird angenommen, daß der Ankerpunkt der Leine (= Position des Betrachters) in 0;0 liegt, daß der Wind aus einer Richtung kommt, die auf einer in Punkt 0;0 senkrecht zum zweidimensionalen Koordinatensystem zu errichtenden Achse liegt und die Windgeschwindigkeit überall konstant ist.
    Der Drachen würde stets eine Position am äußersten Windfensterrand einnehmen und dort verharren. Dabei kann die eingenommene Position auf jedem beliebigen Punkt einer Kreislinie um 0;0 sein. Wie groß der Kreis ist, hängt davon ab, welche Flugeigenschaften der Drachen bietet und wie lang die Flugleine ist. Wo auf der Kreislinie der Punkt letztlich ist, an dem der Drachen sich positioniert, wird nur noch durch die Startrichtung und mögliche Unregelmäßigkeiten während des Starts bzw. "Steigflugs" beeinflusst.


    Damit ist die Frage "Warum fliegt ein Drachen nach oben?" ganz klar beantwortet: Weil wir die Kraft der Erdanziehung nicht abschalten können. :L