URO-120 Unleashed Raging Object von Spiderkites

    Guten Morgen,


    ich bin am überlegen mir einen neuen Speedkite zuzulegen, bin aber hin und her gerissen welchen der beiden oben genannten es werden soll.


    Bis jetzt habe ich einen Atrax 0,65 und einen Positron in meinem Besitz.


    Könnt ihr mir bei meiner Entscheidung helfen.


    Ich fliege hauptsächlich im Binnenland.


    Danke für eure Hilfe


    Gruß
    Markus



    [hr]
    ModEdit: Dieser Thread hat sich deutlich in Richtung URO 120 entwickelt.
    Da es für diesen Drachen noch keinen eigenen Thread gab, habe ich diesen auf Wunsch umbenannt.


    Hier noch einige grunglegende Infos zum Drachen:


    Technische Daten (Zitat Spiderkites):
    Spannweite: 207cm
    Höhe: 67cm
    Gewicht: 300g
    Tuch: 40D Polyester
    Stäbe: Avia Sport und Exel Kohlefaser
    Wind: 2,5 bis 7Bft
    Empf. Schnur: 70 - 100kp


    Testbericht:
    http://kite-and-friends.de/len…-r-o-120-von-spiderkites/


    Sein grosser Bruder, der U.R.O. Unleashed Raging Object von Spiderkites:
    https://www.drachenforum.net/f…R-Spiderkites-t59616.html
    https://www.drachenforum.net/f…aging-Object.-t66905.html

    - Editiert von Scanner am 20.03.2012, 10:22 -

    Rev Vtd., Skyknife


    Butan, Nitro


    Positron, X-Celerator, Tramo WR, S-Kite

    Kommt denke ich drauf an, was du dir erwartest. Der Razorback ist insgesamt flotter unterwegs. Zickig sind sie beide. Ich hab den U.R.O. 120 seit ein paar Wochen und kann sagen dass er Laune macht. Er geht wirklich schon sehr früh und macht im oberen Windbereich (bis 5Bft bin ich ihn bis jetzt geflogen) mächtig Druck. Der absolute High Speed Kite ist er aber nicht. Dafür ist er im Vergleich zum Razorback unschlagbar günstig. Das Flugbild ist jedenfalls toll. Vielleicht kann Mark hier noch was schreiben, er hat den Razorback entwickelt und den kleinen U.R.O. für Kite&Friends getestet (aktuelle Ausgabe) Der Test deckt sich zu 100% mit meinen Erfahrungen.

    Gerade auf Baltrum eingeschlagen. Bin recht KO. :).


    Ganz kurz:


    Razorback: schneller, linearer (je mehr Wind je mehr Power und Speed), der modernere Kite, etwas weniger Power, angenehme Lenkwege, hochwertiges Material und Verarbeitung, Build in Germany...


    URO120: mehr Power (ist auch ein ganzes Stück größer), nicht so schnell, bei stärkerem Wind im Flug gutmütiger, sehr kurze Lenkwege, Leistung verläuft in zwei Kurven, wobei der Speed irgendwann nicht weiter zulegt, allerdings die Power. Fliegt früher druckvoll.


    Beide Kites sind nur beim Start zickig. Im Flug gehen sie wie am Faden gezogen.


    Preis vom URO120 ist schlicht der Hammer und der Kite fliegt irgendwie fast immer.


    Wenn Du noch nicht so viel Erfahrung hast würde ich Dir dringend zum URO120 raten und später mit mehr Erfahrung Dir dann den Razorback ansehen, weil er nochmal ne ganz andere Herausforderung ist.

    Der URO120 hat wesentlich mehr Power. Er fliegt schon bei 2 bft mit richtig Druck. An 55er Leinen spürt man schon schön den Zug. Das fängt beim 1.8er erst später an. Dafür zieht halt der Gladiator sauberer hoch. Sprich ab ca. 5-6 bft wird der Gladiator schneller, kommt aber nie an die Power heran vom URO120. Der URO bügelt dafür die Böen schön weg. Gleichmäßiger Druck über ein sehr großes Windfenster zeichnet den URO120 aus.


    Realer Windbereich vom URO120: 2-7 Bft. und beim Gladiator 1.8, 3 bis 8 würde ich sagen, wobei beide die eine oder andere Böe darüber auch aushalten.


    Der URO120 ist halt das Tier und der Gladiator 1.8 der Ausgeglichene.


    Von der Verarbeitung ist der Gladiator schon ne Augenweide. Der URO120 ist aber auf jeden Fall auch richtig gut verarbeitet mit nur ganzen wenigen Schwächen. Beim Gladiator sucht man Schwächen vergebens.

    Danke für die Einschätzung... also zwei recht unterschiedliche Vögel

    Cheers


    Joachim

    Zitat

    (und beide reizen mich: wie bring ich das nur wieder meiner Frau bei?).


    Zart und feinfühlig! :D

    Na das ist doch mal ein Superthread :H: Schön sachlich und (nicht) kaum abschweifend. Wenn das nur immer so laufen würde.


    Ich hatte mir den U.R.O. eigentlich mit der Intention gekauft, was schnelleres zu haben als den X-Celerator. Der absolute Vergleich steht noch aus, zickiger (beim Start) ist der U.R.O. allemal, sodass ich micht schonmal an das Startverhalten eines "richtigen" Speedkites gewöhnen kann. Das kommt dann als nächstes, wenn die diversen Trickkiteprojekte durch sind.


    Noch was zum Thema: Mark, was würdest du beim U.R.O als leichte Schwächen bei der Verarbeitung bezeichnen? Klar, ein Tiedke ist eine Klasse für sich, ich frag mich aber ob das beim U.R.O. nicht auch ein Stück weit subjektiv ist. Wirkliche Patzer konnte ich jedenfalls keine erkennen. Im K&F Test seht was von nem aufgebohrtem Exelkreuz. Bei mir ist ein Kerschkreuz drin ist und das scheint nicht aufgebohrt zu sein. Obwohl ich da doch besser noch mal nachgucke.
    - Editiert von Lokhi am 21.10.2011, 23:40 -

    Ursus: Wie bring man dass seiner Frau bei?
    Tjaa, Jungg, wilkommen im Club, dies Problem haben wir alle und lösen es alle auf unterschiedlichste weise, aber die Frage is mehr als berechtigt. . .
    LG
    Mike

    DRACO DORMIENS NUNQUAM TITILLANDUS

    Hab ich gesehn, ok, da geb ich dir recht. Hab mir auch überlegt die LKs starr abzuspannen, bei mir rutschen sie im Flug immer hoch und das Segel beult auf Höhe der Verbinder aus.

    Mahlzeit die Herren



    Ich war vorhin mit meinem neuen URO 120 zum 2tflug auf der Wiese. Ziemlich konstante 3bft mit 4er Spitzen hab ich per Windmaster 2 gemessen. Also 1. Knoten und 55er Schnüre mit 30m ran gemacht. Auf den passenden Moment gewartet und dann aus Rückenlage heftig angerissen (Nase leicht vom Boden abgehoben, dass sich die LK-Spitzen schön im Boden abstützen.). Der URO steigt senkrecht nach oben und nimmt direkt Strömung auf ohne nur 1x seitlich auszubrechen. Ein zickiges Startverhalten kann ich nur feststellen, wenn die Windverhältnisse nicht optimal sind. (Drachen ist nicht in der Windfenstermitte, man steht nicht richtig oder der Wind ist einfach n Tacken zu schwach.) Dann tut man sich schon schwerer wie mit der Hilde, die eigentlich problemlos ist. Die 55er Schnüre waren ordentlich gespannt und haben auch schön gesungen. Ordentlich Druck war am Ende der Leinen auch schon zu spüren (Bei mehr Wind wird mir das auf Dauer wohl schon wieder zuviel für meinen Geschmack.) und der Speed war angenehm . Der Vogel macht ordentlich Spaß und selbst am Windfensterrand verhält er sich kollegial. Ich hab aber leichte Tendenzen zum Strömungsabriss wahrnehmen können. Er ist da also etwas zickiger wie die Hilde find ich. Sorry, hab noch keinen anderen Vergleich. Und so richtig kann man die 2 eh net vergleichen.


    Noch ne Frage:


    Wieviel lasst ihr den Abfangschenkel lockerer als den Waageschenkel zur oQS, wenn die Waage komplett leicht auf Spannung ist? Dann kann man sich ja auf dem Abfangschenkel Einstellmarkierungen analog entsprechend der Knotenleiter machen.


    Danke nochmals an Mark O2 für die Beratung per PM. Der Vogel ist auf jeden Fall sein Geld wert und ne gute Erweiterung im unteren Bft-Bereich, wo die Hilde noch net so richtig mag. Primär ging es mir darum einen Drachen zu haben, der mich auf zukünftige Speeddrachen vorbereitet, die dementsprechend Erfahrung beim Start voraussetzen ohne gleich alles kaputt zu machen. Ziel ist also irgenwann mal ein Razorback oder Long Duong. Ich denk aber wohl eher Beide :H: :D


    Ich werd mir aus Spaß mal ne Startrampe zusammentackern um zu sehen, wie der URO damit funktioniert.


    Liebe Grüße



    Sternengucker

    Schöner Erstflugbericht! :) :H:


    Der Entlastungsschenkel sollte leicht durchhängen wenn die Waage so auf Spannung ist. Er darf also nicht komplett auf Spannung stehen, sodass Du die Leitkante ein wenig nach hinten drücken kannst bis der Schenkel greift.

    Jupp


    Ich hab nur gedacht, dass es da n Standartmaß gibt wie z.b. eine Daumenbreite oder so. Es hat ja auch sicherlich nen Einfluss auf die Performance, ob der Abfangschenkel relativ früh oder eher etwas später greift.


    Soll heissen:


    Inwiefern hat die LK Ausformung Einfluss auf das Flugverhalten? Das Segel wird ja dann auch anders ausgeformt und beeinflusst evtl. den Speedaufbau, oder?



    Danke auch nochmals an dieser Stelle für deine immerwährende Geduld und prompte Hilfestellung bei allen Fragen. Das find ich schon sehr beeindruckend. :H: :H: :H:



    Gruß



    Sternengucker

    Ich kann auch noch was beitragen. Christoph hatte mir neulich den Tipp gegeben, den U.R.O. mal ohne Standoffs zu fliegen, was ich diese Woche auch mal probiert habe. Wind war so um die 5-6Bft. in Böen mehr. Der Start geht eigentilch auch nicht komplizierter von statten als mit Standoffs. Bei wenig Wind sieht das aber vermutlich anders aus. Parken am Windfensterrand war ebenfalls kein Problem. Die Segellatten hatte ich alle dringelassen wodurch er leise blieb. In Sachen Speed und Power kann er meiner Meinung nach nochmals zulegen. Ich hatte allerdings sehr lange Leinen dran (50m). Damit kann man ihn schön laufen lassen, aber er kommt einem etwas langsamer vor. Was auffällt, ist dass sich das Profil bereits im Stand schön ausformt.
    Ein weiterer Tipp bezog sich auf die in Marks Test bemängelte Leitkantenabspannung, ist aber noch ungetestet: Laut Christoph ist die weiche Abspannung gewollt, da das Segel dann ein wenig "atmen" kann und der Kite bei wenig Wind leichter zu starten ist. Eine Möglichkeit wäre eine Anspannung zu basteln, die analog zu den Abfangschenkeln per Schiebeprusik einstellbar ist. Damit könnte man die LK Abspannung an die Windverhältnisse anpassen.
    Wer Lust hat kann das ja mal ausprobieren und die Erfahrungen hier posten.

    Das Problem beim Test war ein anderes Flo. Der Entlastungsschenkel hat die Leitkantentasche beim Muffenende eingeklemmt und somit war das Tuch im Bereich der oQS Verbinder zusammengestaucht. Auf keinem Fall bringt das mehr Speed und Power wenn das Segel zusammengedrückt wird und das dadurch die Leichtwindeigenschaften besser werden glaube ich auch nicht... Das passierte nicht wenn die Leitkantenspannung erhöht wird.

    hm, ein Festhängen konnte ich bei meinem im Urzustand nicht erkennen. Nur eben die verknitterten Verbinderausschnitte an der OQS. Daraufhin hab ich die Gummiabspannung härter gemacht. Noch härter hab ich nicht probiert.

    Und mal wieder Mahlzeit die Herren!!! ;)



    So. Neuer Tag neues Glück.


    Zwar wieder Shiiitwetter heute aber egal. Für ne halbe Stunde hat es mal aufgehört und zwischendurch nur leicht genieselt. Also ab auf die Wiese.


    Wind vorort zwischen 4 bis max unteren 6Bft. Zwischendurch auch mal abfallend auf 3 bis untere 4Bft, was sich beim Starten durch ein paar Lernversuche bemerkbar gemacht hat. Also immer schön auf ne stärkere Böe gewartet und dann gibt es eigentlich keine Probleme. Geht hoch und nimmt direkt Strömung auf.


    Den URO hatt ich auf den 2. Knoten und an 100er Schnüren mit 30m Länge.


    Jetzt kommts:


    In einem Übergangsbereich hat der URO angefangen mit den Flügelspitzen zu schlagen. Wenn ich Zug auf die Leinen ausgeübt habe und mich mit meinem Gewicht richtig reingestemmt hatte, sind die Spitzen förmlich eingeklappt, waren stabil und der Vogel hat schön Speed aufgebaut.


    Aber bei jedem Richtungswechsel am Rand des Windfensters wenns wieder auf die Gerade ging, ging das Spiel von vorne los. Außer der Wind hat mal ne Böe rausgeschickt und den URO so viel Druck entgegengesetzt, dass sich das Segel von selber ausgeformt und stabilisiert hat.


    Man kann förmlich im Flug sehen, wie sich die LKs ausformen und der URO ne ganz andere Form annimmt.


    Dass die LK´s sich bei dem Wind verformen ist mir ja noch klar, aber ist das Flügelschlagen auch normal? In dem Bereich geht nämlich viel an Speed verloren. Und wenn er die Ohren anlegt geht er ab wie Schmidt´s Katze. Richtungswechsel werden zackigst umgesetzt. In den Spins baut er nicht wesentlich mehr Speed auf. Wenn ich jetzt noch ne gerade Wiese hätte und nich so nen Hügel der links und rechts vom Windfenster entweder steigt oder abfällt, dann könnte man schön über die Grasnarbe brettern. Aber bei dem aktuellen Pipiwetter sind bei uns alle Wiesen Land unter, sodass man auf erhöhte Wiesen ausweichen muss. Und die sind hier leider recht rar. Da kann man schon froh sein, dass die Windrichtung für das aktuell verfügbare passt.



    Gruß



    Sternengucker

    Also...


    1. Bei Wind bis 6 bft kannst Du durchaus den 3. Knoten nehmen.


    2. Der Entlastungsschenkel soll zwar LEICHT durchhängen, darf aber nicht soweit frei sein, dass sich die Leitkanten so verbiegen können wie von Dir beschrieben.


    3. Das Steilerstellen ist bei den beschriebenen Wind empfehlenswert damit der Druck aufs gesamt Gestänge besser verteilen kann. So geht es zu stark auf die Leitkanten. Ergebnis hast Du gesehen.


    4. Der von Dir beschriebene Wind kann auch durchaus sehr ruppig gewesen sein, sodass es OBEN wesentlich mehr Wind gehabt hat als Du unten gemessen hast. Paßt dann die Waage nicht hast Du ein Problem... Zudem kann extrem ruppiger Wind oft einen Kite zum schütteln bringen. Bei halbwegs sauberem Wind würde der Kite sich ruhig verhalten.


    5. Im Oberen Windbereich des Kites legt er an Speed nicht weiter zu. Lediglich die Power wird mehr.


    6. Ich würde bei 6er Böen am Boden schon auf 35 m Leinen gehen. Ich bin ihn im Test auch an 40 m / 130 daN Leinen geflogen bei dem Wind. Ging auch sehr gut... voran! :)


    7. Gestalte mal Deine Lenkbefehle schön sauber und nicht ruckartig. Durch ruckartige Steuerung am Windfensterrand kannst das Profil aus dem Flügel regelrecht rausschütteln und er verzieht sich dann. Gewöhne Dir also am besten einen smoothen Flugstil an.