Beiträge von Moonraker

    Schönes Bild, Jörg!


    Und ich darf vermelden, dass ich mich gestern endlich aufgerafft habe und Dat riesige Schantalle repariert habe. Sie ist also ab sofort wieder am Himmel zu sehen.


    Heute flog sie ganz hervorragend, nachdem ich sie noch einen Knoten steiler gestellt hatte und den Waagepunkt noch einen Knoten nach innen verlegt hatte. In der Einstellung muss man beim Start schon aufpassen, dass der Kite nicht ins Rotieren gerät, am besten läuft man nach dem Kippstart schnellen Schrittes nach hinten, dann klappt es ab ca. 8 km/h Wind und rauf bis zur Pilotengrenze, die ab 4 Bft erreicht sein dürfte. Heute hatten wir bis hohe 3 Bft und es ging an 50 m 130 daN noch so gerade im Stehen mit in den Boden versenkten Hacken.


    Was war ich froh, den tollen Vogel endlich wieder in Aktion zu haben :)





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    Ich konnte es ja kaum abwarten, den wilden Wutz fliegen zu sehen. Also nahm ich den Kleinen eben trotz des wenigen Winds kurzerhand mit (wiegt ja nichts ^^ ). Alle Angaben im folgenden beziehen sich natürlich auf die semi-stark bestabte Version (UQS und Kiel 5 mm, LKs und OQS 4 mm).


    Auf der Wiese angekommen blies der Wind böig mit 6-15 km/h, Durchschnitt um die 11 km/h. Ich hatte kaum Hoffnung das der Wutz fliegen würde. Ich stellte ihn aber mal hin an 35 m 25 daN und auf dem zweiten Knoten eingestellt.


    Als mal spürbarer Wind anlag, zog ich die Leinen durch und, schwupp, ein Konter, Trudeln, aber abgefangen (war zu heftig die erste Bewegung!) und der Wutz flog :) Und das gar nicht so schlecht! Zu flach war er, da er in Luftlöchern eine Neigung hatte, nach vorn zu kippen. Das war aber beherrschbar. Wenn der Wind mal in Richtung der 15 km/h tendierte, lag aber direkt ein gutes Feedback an, auch wenn die Leinen ich nicht stramm waren. Die Geschwindigkeit war schon gar nicht übel, ein-zweimal ließ der Wutz sogar schon ein leichtes Hilde-Pfeifen hören und zeigte, dass er gut beschleunigen kann. Spins gehen bei solchem Wind wunderbar eng, man sollte nur aufpassen, weil der Wutz dann bei nachlassendem Wind schnell herausdreht und abgefangen werden muss. Wenn man beim Start darauf achtet, nicht zu doll anzureißen, sondern nur etwas Höhe zu gewinnen und dann zu fühlen, wohin der Wutz möchte, ist der Start ziemlich leicht.


    Dann der dritte Knoten. Jetzt war der Start etwas schwieriger, aber immer noch gut machbar. Bei kleinen Lenkbewegungen funktioniert es sehr gut, man gewinnt an Höhe und irgendwann kann man den Wutz in die Strömung ziehen. Man muss darauf gefasst sein, dass nach dem Anziehen eventuell ein schneller Loop zum Abfangen geflogen werden muss, aber danach liegt auch Strömung an. Das Feedback an den Leinen war jetzt noch besser und auch die Geschwindigkeit auf jeden Fall gleich gut wie vorher und in einigen Böen merkte ich viel Potenzial, sobald die Leinen mal etwas strammer gezogen werden können. Auch die Spins funktionieren in der Einstellung bestens. Insgesamt denke ich, dass der dritte Knoten die bessere Wahl sein wird, es sei denn man sucht mit der leichter bestabten Variante ein Leichtwindvergnügen.


    Dann der vierte Knoten - ha, sehr beruhigend - es gibt eine Einstellung, die zu steil ist. Das war mehr Hin-und-Her-Stehen als Fliegen, aber ich hatte ihn mal kurz und widerwillig auf Strömung. Der Knoten wird also bei viel Wind auch funktionieren.


    Fazit:
    Selbst die semi-starke Variante geht erstaunlich früh, Start 2. Knoten sicher machbar bei 10 km/h
    Kleine gefühlvolle Bewegungen beim Start, bitteschön
    25 daN 35 m reichen sicher bis 20 km/h Wind aus auf dem 3. Knoten
    Geschwindigkeit vielversprechend bei so wenig Wind
    Potenzial zur Beschleunigung erkennbar in Böen
    Spinpotenzial wohl ähnlich wie bei der Hilde
    Geräusch wird sich je nach Knoten auch dem der Hilde nähern

    Zum Thema Vorspannung - beim Zitalon bin ich bei @Nordland. Zu viel Vorspannung erschwert den Start eher und führt auch eher dazu, dass der Zitalon langsamer wird. Es reicht aus, so weit vorzuspannen, dass die beiden Stäbe, die von der OQS zur LK gehen, parallel zum Kiel verlaufen (flacher Winkel).


    Ähnliches trifft auf die Subbutex-Familie zu, die man sogar ganz ohne Vorspannung starten und fliegen kann (wobei hier eine mittlere Vorspannung durchaus zu einem einfacheren Startverhalten führt). Ist die Krümmung z.B. beim Subbutex 240 UL zu stark, lässt er sich wesentlich schwerer starten, v.a. bei wenig Wind. Auch beim Proktaktyl reicht die Vorspannung aus, die die Stäbe oben zum flachen Winkel mit dem Kiel führt.


    Anders z. B. beim Ziatyl und beim Olligosol. Hier hilft eine starke Rundung beim Start und verbessert das Flugverhalten.

    Mir gefällt das Segelshape in dieser Größe ziemlich gut, muss ich sagen. Täuscht das auf den Bildern, oder ist der Full Pull im Verhältnis etwas gestreckter als die Hilde oder volle Lotte? Scheint jedenfalls nicht 1:1 skaliert zu sein.
    Ich bin mal gespannt auf Eure Flugberichte.

    Er fängt an sich zu drehen und lässt sich auch nicht kontrolliert abfangen. Entweder er geht direkt in einen Loop bei dem er Strömung aufnimmt oder dreht sich unkontrolliert Richtung Boden.

    Versuche mal, den Drehimpuls entweder durch Stallen (gegenläufig push-pull) zu stoppen oder dem Kite durch etwas Leine Geben den Druck aus der Drehung zu nehmen. Dann sollte er danach entweder an Höhe gewinnen können oder wieder mit einem langsameren Loop in Strömung gehen.

    Mir macht´s auf jeden Fall große Freude, das hier aus m Münsterland raus zu beobachten, wie ihr euch steigert.

    Stimme zu - immer Klasse, wenn es noch mehr Verrückte gibt :thumbup: :thumbsup: :thumbup:


    Das Letzte herauszuholen ist sicher ein schöner Nervenkitzel. Ich habe den Zitalon 190 Race eine Zeit lang hier im Binnenland auf dem vierten Knoten (zwei vor MK), also sehr steil eingestellt gehabt. Das hatte zur Folge, dass der Start sehr anspruchsvoll wurde und der Kite danach in jedem Luftloch aus der Strömung drehte. Mal abgesehen davon, dass das extrem auf Arme und Rücken ging (der riss mich geradezu aus den Latschen, wenn er wieder Strömung aufnahm), hatte ich ein paar Male doch Glück, dass ich ihn aus weit über 100 km/h noch kurz vor dem Aufschlag abfangen konnte. Das war mir dann doch zu riskant. Jetzt fliege ich ihn im Binnenland wieder auf dem 3. Knoten und er ist immer noch gut geeignet, mit meinen 90 kg zu spielen...

    Na ja, man wird eben älter... Außerdem gibt es noch einen Unterschied zwischen Treckern und in der Böe weggerissen zu werden ;)


    Zum 240 UL noch eine Anmerkung - auch wenn er einen erstaunlich großen Windbereich haben mag und einen Piloten auch Ledern könnte, so würde ich das nicht zu weit ausreizen wollen wegen des feinen Materials, das verbaut wird. Es wäre ja schade, wenn es da irgendwo Dehnungsrisse im Cuben geben würde o.ä. Bei meinem werde ich ab 20 km/h Windgeschwindigkeit Schluss machen.