Ich habe den Spyder heute auch einmal getestet. Die Windverhältnisse waren sicherlich nicht optimal, von 2- obere 3 Bft und sehr sehr böig. Geflogen bin ich an 55 daN 35 m. Hier die ersten Eindrücke:
Der Start ist für Piloten, die schon über einige Starterfahrung verfügen, kein Problem. Für einen einfachen Start ist aber konstanter nicht zu schwacher Wind die Voraussetzung. Speedkite-Einsteiger, für die der Spyder ja gemacht ist, sollten schon über 10 km/h Windgeschwindigkeit haben, damit kein Frust aufkommt. Liegt auf dem Segel vor dem Start gut Druck an, ist der Spyder auch auf dem zweiten Knoten einfach zu starten. Mitunter muss einmal ein Schlenker ausgeglichen werden.
Der erste Knoten war aufgrund der von mir mitgenommenen Leinen (35 m, 55 daN) kaum fliegbar bei dem Wind. Die Leinen waren überdimensioniert. Bei 2-3 Bft reichen 38 daN-Leinen völlig aus. Die 55 daN wurden aber auf dem zweiten Knoten schon bei oberen 3 Bft gut durchgezogen. Wie Mark schon sagte, der Spyder entwickelt recht früh einen satten Grunddruck. Ich würde daher dazu raten, den Spyder als Kite only zu bestellen und die passenden Leinen je nach Wind auszuwählen.
Durch den böigen Wind kam der Spyder nur selten einmal richtig auf Zug, so dass ich zur Geschwindigkeit nicht allzu viel sagen kann/möchte. Der erste Eindruck ist hier aber, dass man keine Wunder erwarten sollte. Für Einsteiger in das schnellere Fliegen ist es aber völlig ausreichend und bei höheren Windgeschwindigkeiten dürfte noch einiges gehen. Positiv fiel mir das sehr gute Loop- und Spinverhalten auf. Sind die Leinen ausreichend durchgezogen, dreht der Spyder schön eng, bei mehr Wind sogar um die Flügelspitze. Also ein Drachen für alle, die sich gern an Loops ergötzen.
Mit Böen kam der Spyder einigermaßen zurecht. Bei extremen Luftlöchern blieb er schon mal am Himmel stehen und ich musste ihn wieder in die Strömung manövrieren. Dies geht aber gut, wenn man eine Abwärtskurve unter gutem Leinenzug einleitet. Der Spyder wird sicherlich bei konstantem Wind viel mehr Spaß machen (wie so viele andere Drachen auch) und Einsteiger sollten einen Tag mit solchen Windverhältnissen abwarten, um sich mit dem Kite anzufreunden.
Das Fluggeräusch ist sehr leise, so dass der Spyder auch am Strand nicht allzu viele Mitmenschen stören wird.
Zur Verarbeitung hatte ich gestern ja schon gesagt, dass sie für den Preis sehr gut ist. Einzige Mängel waren die lockeren Waageknoten, die nachjustiert werden mussten. Heute löste sich beim Start zunächst immer eine LK-Abspannung, so dass ich den Knoten hier enger stellen musste. Danach war alles bestens.
Erstes Fazit: ein guter Einsteigerkite für alle, die erste Erfahrungen mit schnelleren Drachen sammeln wollen und sich auch an etwas schwierigeren Startmanövern steigern wollen.