Ich glaube, das es sehr schwer wird zu beruteilen ob es sich um einen "Turbo"-Effekt handelt oder ob nicht die schlagartige Böe da doch das Bild bei unerfahrenen Kitern trübt.
Eine schlagartige Zunahme der Windstärke von bis zu 15 Km/h. (war in Renesse keine Seltenheit) wird wohl schnell als extrem empfunden - ohne das dadurch ein Kite überproportional zulegen wird.
Währe der Wind gleichmäßig ,hätte man es vermutlich auch als gleichmäßige Zunahme der Power bzw Speed gewertet.
Erst wenn mit höherem Wind auch deutlich mehr Kraft auf die Leinen gegeben wird kann man wohl von Knallgaseffekt sprechen.
Und der kann eigentlich erst auftreten, wenn sich das endgültige Profil erst bei stärkerem Wind ausbildet wie es bei den S-kites der Fall ist - besonders mit den Powerlines.
Das bedeutet aber, dass der Kite den "Mehr-Wind" nicht unbedingt gleichmäßig in "Mehr-Geschwindigkeit" umsetzt - also dann nicht wesentlich schneller wird, sondern einfach den Druck erhöht.
Wir haben Kites gemessen, die wurden bei egal welchem Wind nicht mehr wesentlich schneller, weil sie den höheren Wind eben nicht in noch wesentlich höheren Geschwindikeit umsetzen.
Einer davon war z.B. der Observer. Er war sehr früh sehr Druckvoll und schnell, aber irgendwo hatte er seine Grenze und dann machte es nichts mehr, wenn der Wind noch stärker wurde.
Bei der Wiebke z.B. bildet sich bei ca 4 erst das richtige Profil - Dann denkt der Pilot - jetzt knallt die plötzlich los. Aber von 7 auf 8 bfd. tritt der Efekkt dann logischer Weise nicht mehr auf.
