Beiträge von Dennis-the-menace

    Ach die Größe ist schön handlich, habe ich vor ein paar Jahren mal aus 6x12cm Rechtecken gemacht in knallbunt. Verwendest du eine simple Segelmachernaht geht das zusammennähen ja auch sehr schnell von der Hand, da dürfen es ruhig mal ein paar mehr Teile sein. Gehört man dann zu den Hochfliegern fangen die Farben aber auch schnell an zu flirren - du kannst keine einzelnen Elemente mehr optisch auflösen und die Farben fließen ineinander.

    Auf jeden Fall würde ich für die Größe aber Segelmachernähte empfehlen, sonst wird das Segel zu steif und die Flächen bauschen nicht mehr, dann fliegt das nicht mehr ruhig und stabil.

    Gerade wenn du die Teile nur mit einer Segelmachernaht verbindest, verziehen sich bei etwas mehr Wind auch schon kleinere Drachen von drei oder vier Quadratmetern wenn du Pech hast. Verwendest du sehr viele Teile - bei mir werden es gern auch mal mehrere hundert - kann dir dann natürlich die Statistik und der Zufall helfen, sich ein so wirrer Mix aus Fadenverläufen bilden, daß sich das Verziehen ausgleicht.

    Verwendest du hingegen offene oder noch besser geschlossene Kappnähte verhindert die Steifheit dieser dickeren Nähte ein Verziehen weitgehend, hat aber dann wieder erheblichen Einfluss auf Bauscheigenschaften der Segelflächen, so daß die Anordnung der Segelteile doch besser weitgehend symmetrisch sein sollte.

    Verwendest du sehr kleine Teile ( etwa unter 100 Quadratzentimetern) und nähst breitere Säume von eher 8mm, steifen die vielen Überlappungen in den Nähten das Segel wieder aus und verringern dann ungleiche Dehnung im Segel.

    Es gibt also auch Wege diesen ungleichen Dehnungen entgegen zu wirken.


    Ich hoffe das war halbwegs verständlich ausgedrückt.


    MfG D.

    Also ich habe noch nie auf den Fadenverlauf bei den Einleinern geachtet.

    Bisher sind sie alle gerade geflogen.


    Ganz im Gegenteil, wie Harald geschrieben hat, sieht es in der Sonne besser aus wenn der fadenverlauf bei den Paneelen unterschiedlich ist

    Bei Einleinern mit größeren Flächen spielt das leider schon eine Rolle. Gerade wenn du mit Tüchern wie Elltex oder Mirai arbeitest. Letzteres hat sogar unterschiedliches Längs- und Querreck - böse Falle.

    Mit dem Messer schneiden genügt vollauf, allerdings bin ich für mindestens 8mm Überlappung um eine ca 6 oder 7mm breite Dreifachzickzacknaht nähen zu können. Erfahrungsgemäß hält das deutlich mehr aus. Und dann fast am wichtigsten ist das präzise Fixieren - das Tuch muss vorgeklebt eben auf dem Tisch liegen, wirft es da schon Beulen sind bereits Fehler darin die die Flugeigenschaften negativ beeinflussen können.

    Ach und auch bei Icarex wird irgendwann mit zunehmender Drachengröße dann der Fadenverlauf relevant was die Tuchdehnung und Formung angeht, er sollte dann eben auch beachtet werden.

    Da stimme ich durchaus zu, nur ist es selten eine intakte 12er Pfaff für so einen schmalen Tarif zu bekommen denn leider sind diese Maschinen sehr gehyped. Dabei gibt es deutlich haltbarere Maschinen die für gleiches Geld mehr bieten und nicht jeder ist in der Lage ein so komplexes Ding fast vollständig zu zerlegen und wieder so zusammen zu bauen daß es wieder funktioniert. Das Ersetzen der beiden Zahnräder im unteren Trieb ist nämlich eine ganz schön große Sache und darum ging es ja.

    Leider kenne ich das Problem, war bei meiner 1222e auch so.

    Vor ein paar Jahren gab es noch eine Firma die Pfaffersatzteile in Lizenz produziert hat, da hat mein Techniker des Vertrauens Teile bestellt und mir die Maschine repariert, Kostenpunkt gut 160 Euro dafür, nach etwa drei Wochen Wartezeit auf die Teile.


    Mach nicht den Fehler ein gebrauchtes Ersatzteil einbauen zu lassen, denn das macht keinen Sinn.

    Die gerissenen Zahnreifen sind eine Konstruktionsschwäche. Ein Kunststoffzahnreifen auf einem Metallrad - unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten, schwindender Weichmacher im Kunststoff und irgendwann reißt das eben. Es ist nicht die Frage ob sondern nur wann das kaputt geht.

    Ausschlachten ist bei den Geräten ein zweischneidiges Schwert - die Kunststoffteile sind meist nach über 40 Jahren schon sehr spröde und man weiß eben nicht wie lange die noch halten. Die beiden Räder haben damals etwa 60 Euro gekostet, der Einbau hingegen gut 100 Euro, da macht es keinen Sinn an den Ersatzteilen zu sparen.

    Die Vorgänger dieser Maschinen bekommt man recht günstig zb die Janome 6600 oder 8900 oder auch 8200 - das geht auch unter 600 Euro, mit etwas Abstrichen in Sachen Komfort. Aber diese haben dann einen großen Vorteil - sie bieten mehr als 40 oder 50 Jahre alte Maschinen und man bekommt deutlich besser Ersatzteile.

    Mit Reparaturkosten gerechnet sind alte Maschinen nicht unbedingt günstiger als neuere. In meine 1222e habe ich mal entspannt 200 Euro noch investieren müssen bis sie wieder richtig funktionierte, das relativiert die günstigere Anschaffung von etwa 300-400 Euro sehr schnell.

    Aber bei den aktuellen günstigen Maschinen auf dem Markt muss man auch vorsichtig sein - zb die "heavy Duty" Linie von Singer.... Plastikbomber in grauer Färbung.


    Wenn du etwas wirklich haltbares zuverlässiges haben möchtest sieh dir eher die 1000er Serie von Bernina an - das sind im Gegensatz zu den viel gerühmten Pfaff Maschinen wirklich Vollmetallmaschinen die ewig halten - und die gewünschten Stiche bieten die auch. Auf den mäßigen Obertransport kann man da gut verzichten, die 1000er transportieren mit Untertransport fast so gut und deutlich leiser als die 1200er Pfaff Maschinen mit Obertransport.

    Außerdem haben die Berninas eine größere Stichbreite und ein besseres Stichbild.

    Ich wäre an Beispielen für diese modernen Maschinen interessiert, die die ganzen von dir beschriebenen Vorteile/Features (+Segelmachernaht) haben, die Verarbeitungsqualität der alten Pfaffs und Berninas aufweisen und zu ähnlichen Preisen zu erwerben sind. Wäre sogar noch besser, wenn du aus eigener Erfahrung sprechen könntest.

    Gerne


    Also ich sammele inzwischen Maschinen und habe auch eine Pfaff 1222e und eine Bernina 1006


    Die Juki TL Serie sind Geradstichmaschinen die sehr robust sind und schnell (1500 Stiche/Minute) nähen


    Parafoils, Leichtwinddrachen und Patchworks mache ich auf Janome Maschinen, da habe ich eine 6700 P und eine M7 (die habe ich in einem Anfall von Größenwahn erstanden)

    Sie verfügen über unsinnig viel Stiche (ist bei Computernähmaschinen ja üblich), nähen 9mm breite Stiche, können durch Fuß- und Stichplattenwechsel auf Geradstich umgerüstet werden (in unter zwei Minuten), haben einen Kniehebel, eine sehr gute Ausleuchtung per LED und ein modernes Obertransportsystem (das um die Nadel greift und nicht nur hinter der Nadel kratzt) mit einstellbarem Differential.

    Ach und sie verfügen über einfache, zweifache und dreifache Zickzackstiche.


    Wenn du genaueres wissen möchtest schreib mich doch einfach per Nachricht an

    Zum Thema Unsinn:

    1957 wurde Gritzner von Pfaff übernommen.

    Und seit dann bis Ende der 60er Jahre gibt es baugleiche Gritzner und Pfaff Maschinen mit unterschiedlichen Bezeichnungen.


    Grüße, Jörg

    Und Pfaff wurde inzwischen so oft verkauft und übernommen... inzwischen gehört es der chinesischen Firma die auch Dürkopp gekauft hat...

    Also meine leichtesten aktuellen Maschinen wiegen gut 11 Kilo und sind Flachbettmaschinen - eine Janome 6700 und eine Juki TL - alles andere als Plastikbomber.

    Nicht jede moderne Maschine ist ein Plastikbomber.


    Und zum Thema Pfaff und Gritzner - Gritzner ist nicht Pfaff, das ist Unsinn. Die Markenrechte und Modelle wurden aufgekauft und werden nun günstig in Fern- und Nahost produziert. Nicht mehr mit den früheren Fertigungstoleranzen und Materialansprüchen die Pfaff mal in den 80ern hatte.

    Und die gute alte 1200er Serie von Pfaff... naja... die Steuerungsmechanik - Plastik, nach 40 Jahren spröde, im unteren Antrieb Plastikzahnreifen auf Metallrädern verbaut - platzt früher oder später auseinander, versprochen.

    Ein mäßiger Untertransport, ein winziges Kratzfüßchen als Obertransport (auch nur bei den Topmodellen), wenig Platz unter dem Arm, schlechte Beleuchtung und bescheidene 4mm Stichbreite. Das können fast alle neuen Maschinen besser und für die bekommt man (wenn es Markenmaschinen sind) gut Ersatzteile, bei den alten Serien von Pfaff ist das schon schwerer, die werden nur noch in Lizenz gebaut und sind schlecht verfügbar und nicht gerade günstig.

    Durchstichkraft, Bedienbarkeit und ein paar tolle Details wie ein Nadeleinfädler schon in den 80ern stehen allerdings auf der Proseite.


    Heutzutage kannst du bis zu 35 cm rechts der Nadel Platz, bis 9mm Stichbreite bekommen, Kniehebel, große Anschiebetische, moderne Obertransportsysteme, sehr helle LED Beleuchtungen...inklusive Garantien bis 5 Jahren und Ersatzteilverfügbarkeit innerhalb weniger Tage.


    Die Frage ist halt was man haben will und wie Leidensfähig man ist - am Ende ist es immer ein Kompromis

    Für kleine und mittlere Drachen reichen Garne in 80 schon aus, ich nehme von Amann das Saba, das hat mein Kurzwarenhändler in 120, 80 und 50 - in 80 in 300 Farben -

    Wichtig ist eben ein Vollsynthetikgarn zu nehmen damit es nicht verrottet.

    Zu dünn finde ich schwierig, sehr reißfeste dünne Garne können zum Beispiel bei einem Absturz Stoff schneiden wie ein Messer. Mir ist das schon passiert - ein 1 Meter langer Riss genau entlang der Naht. Bei Garnen der Stärke 80 oder dicker jedoch nie.

    Moderne Maschinen mit Horizontalgreifer kommen mit dickeren Garnen fast immer gut zu recht - nur automatische Fadenschneider haben mit dickem hochfesten Garn wie Avino 60 manchmal Probleme bzw verschleißen auch schneller. Aber auch ältere Maschinen wie die 12er Serie von Pfaff oder die 1000er Serie von Bernina kommen mit Avino und Synthon in 60 gut zu recht. Sollten diese Zicken machen ist oft etwas nicht in Ordnung oder verstellt. Ein Service lohnt sich dann - kostet aber auch schon gut 70 Euro für mechanische Maschinen.

    Wenn man sich das Angebot genauer ansieht merkt man daß das so ein Ding zum Vernähen von großen Transportsäcken ist - sehr grober Faden und näht keinen normalen Geradstich - damit wäre das nicht einmal für die schnelle Reparatur auf dem Feld geeignet.

    Also ich zeichne immer per Hand etwa 4mm vom Rand eine Linie auf den Stoff.

    Beim Säumen verschwindet die dann gerade so im Saum. Man sieht sie also nachher nicht mehr und dann weiß man, der Stoff ist immer 4 mm im Saum.

    Aber so 1000%ig maßhaltig ist das mit dem Säumen sowieso nicht, aber genau genug meiner Meinung nach.

    Grüße Carsten

    Der Tip ist wirklich gut, das probiere ich mal aus.

    Dann macht aber das Säumen mit Band aber praktisch so viel Arbeit wie das klassische Säumen macht

    Mit dem Falten etc hatte ich eigentlich nie Probleme, was bei mir nie richtig geklappt hat, ist das richte Einlegen des Stoffes in die Kante, ständig schwanke ich da von ca 1,5mm zu viel und umgeschlagen und 1,5mm zu wenig...also schwankt die Saumkante um fast drei mm. Das ist mir wirklich zu viel, so daß der Fuß und das Band seid Jahren in der Zubehörschublade verschwunden ist.


    Hat da jemand vielleicht ein Universalrezept wie man den Stoff genau in die Falzkante bekommt?

    Wenn du nähen kannst würde ich es einfach gründlich machen.


    Tunnelnaht auftrennen, schadhafte Teile des Tunnels ersetzen, Stab mit Endkappen versehen (nicht vergessen den Stab dann ein paar mm zu kürzen), Tunnel neu annähen, am unteren Ende eine Lücke in der Naht von vielleicht 2cm lassen um da den Stab unter Spannung wieder einsetzen zu können und den Stab wieder einsetzen.