Beiträge von Moonraker

    Hier ein Vergleichsvideo vom SAS PLR 100 und dem SAS 100 Standard. Ich denke, es ist gut zu sehen, dass der normale 100er ungestümer und schneller zur Sache geht. Einzelheiten dazu im entsprechenden Thread.


    Leider ist auch die vorübergehende Außerdienststellung des SAS 100 in einer üblen Böe zu sehen und vor allem zu hören.


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    Heute hat es mir im Flug meinen SAS 100 in einer Böe von oberen 6 bis 7 Bft zerlegt. Beginnend im Ausschnitt für den Verbinder der UQS ist rechts mit einem Knall das Segel zerrissen. Muss irgendeine Vorschädigung gewesen sein, so etwas ist mir bislang noch nicht passiert. Schade drum, jetzt geht's ans Flicken...


    Heute konnte ein richtiger Vergleich zwischen SAS 100 PLR und SAS 100 stattfinden. Hier im Rheinland war schönes Wetter mit ganz viel Wind, der aber wie üblich sehr böig war. Bei den Geschwindigkeitsunterschieden konnte einem schon Angst und Bange werden. Von 20 km/h auf 65 km/h in wenigen Sekunden. Meist aber zum Glück irgendwo dazwischen. Nichtsdestotrotz wählte ich zur Sicherheit die 130-daN-Leinen.


    Das war auch gut so, denn der PLR brauchte sie auf jeden Fall, auch der normale 100er zog sie gut stramm ab oberen 5 Bft.


    In erster Linie möchte ich auf den PLR eingehen, denn zum SAS 100 ist ja eigentlich alles bekannt.


    Der Start des PLR ist relativ einfach, zumindest von ebenem Untergrund aus und wenn er gut angeströmt wird. Ich musste wegen des Grases, das höher war als der Kite, heute vom oberen Ende meines Rucksacks starten, was die ganze Angelegenheit etwas kippelig und schräg gestaltete.
    Der PLR 100 hat oben eine Knotenleiter mit sage und schreibe 7 Knoten. Als normale Einstellung ist der dritte markiert. Ich flog heute auf dem 5. Knoten, der beim Start bei 4 Bft schon sehr steil war. Aber nach einigem Überreden nahm der PLR dann Fahrt auf. Auf dem 6. Knoten war er trotz oberer 4 Bft nicht mehr zu starten, über ein paar schöne Slides und Dreher kam ich nicht hinaus. Das kann aber auch an den Böen und eventuellen Luftlöchern gelegen haben. Jedenfalls zeigt es, dass mit dem Kite nach oben noch einiges möglich sein dürfte.


    Im Flug ist der PLR sehr stabil unterwegs und macht ordentlich Druck. Die 130 daN brauchte er dringend ab oberen 5 Bft. Im Stehen ging dementsprechend gar nichts mehr. Wenn ich mich dem PLR hingegeben hätte, wäre ich auch gut abgeschleppt worden. Da ich aber den Bauern nicht zu sehr ärgern wollte, habe ich mich am Wiesenrand im Untergrund "verbissen". Das hatte dann recht schnell lange Arme zur Folge.
    Enge Spins sind nicht so die Sache des PLR, er ist lieber druckvoll und recht schnell auf der Geraden oder in Loops unterwegs. Die Kraftentfaltung ist schön linear und mit Böen kommt er bestens zurecht. Das Fluggeräusch ist ein speedkitetypisches Pfeifen, das aber angenehm im Hintergrund bleibt. Und selbst bei 6 Bft machte der PLR keine Anstalten sich irgendwie zu verformen, gab mir ein gutes Gefühl, das er noch einiges mehr abkann. Noch abschließend zur Geschwindigkeit der PLR - ja, er ist schnell unterwegs und macht viel Spaß, kann aber nicht mit reinrassigen Speedkites mithalten. Er definiert sich eher über eine Mischung aus Power und Speed.


    Der normale SAS ging deutlich ruppiger und auch einiges schneller zur Sache. Die Böenanfälligkeit ist wie erwartet viel größer, auch wenn heute keinerlei Gefahr des Strömungsabrisses bestand. Die Power ist geringer als beim PLR, dafür ist er etwas lauter unterwegs. Und - wie bekannt sein dürfte, sind die Spins schon eher seine Spezialität - bei gleichmäßigem Wind dreht er mit am engsten von allen Speedkites. Der Start ist nicht wesentlich schwerer als mit einem steil eingestellten PLR.


    Fazit: der PLR ist für alle eine Alternative, die im Vergleich mit den bekannten SAS gern weniger Böenanfälligkeit und ein sehr stabiles Flugverhalten hätten sowie noch mehr Power suchen. Er macht einen sehr stabilen Eindruck und die Grenze dürfte eher durch den Piloten definiert werden.
    - Editiert von Moonraker am 10.05.2014, 09:25 -