Beiträge von Moonraker

    Ich konnte mich gar nicht mehr an die Bilder von Fanö mit dem Großen Onkel erinnern, den ich jetzt fliegen darf. Sehr schön, so wie auch die von den letzten Steikis aus Deiner Produktion. Einen schönen Sonntag Euch allen.

    Wir haben vorgestern noch ein paar Bilder vom S-Kite 0.6 Turbo im Flug gemacht. Auch habe ich ihn im Vergleich um XS geflogen. Der 0.6 Turbo hat etwas mehr Segelfläche als der XS bei fast exakt gleicher Spannweite. Die holt der 0.6 sich über eine etwas geringere Streckung, d.h. er hat zu den LK hin etwas mehr Segel und baut am Kiel etwa 5 cm höher als der XS. Auf dem unteren Foto ist das zu erahnen. Im Flug packt der 0.6 Turbo so noch früher und heftiger zu als der XS. Dies dürfte aber in erster Linie ein Effekt der montierten Powerlines sein. Im folgenden ein Kurzvergleich der beiden Drachen, die ich beide auf der von Knicki gelieferten Waage maximal steil eingestellt habe:


    Start bei 4 Bft: Der XS benötigt immer irgendeinen Schlenker oder Loop, bevor er auf Strömung geht. Der 0.6 Turbo tut sich hier leichter und donnert nach dem Ankippen senkrecht in den Himmel.


    Flugverhalten: beide Kites sind auf der Geraden und am Windfensterrand sehr stabil unterwegs. Der 0.6 Turbo beschleunigt bei gleichem Wind auf der Geraden etwas vehementer und kam mir insgesamt ein wenig schneller vor als der XS. Enge Loops sind mit beiden Drachen gut möglich, wobei der XS etwas früher dazu tendiert, sich aus der Strömung zu drehen, wenn der Radius zu klein wird. Beide Kites lassen sich dann aber durch beherztes Stallen wieder einfangen und auf Kurs bringen.


    Power: Der 0.6 Turbo hat hier durch seine Powerlines die Nase vorn. Ich würde mal sagen, dass der XS ungefähr eine Windstärke mehr benötigt für den gleichen Effekt. So hat mich der Turbo beim Start in eine Fünferböe hinein direkt nach vorn gerissen und ich musste den Drachen wirklich ablaufen, um die 100er-Leine zu retten :D Aber auch der XS liftet mich bei 6 Bft.


    Fluggeräusch: bei beiden ein angenehmes Speedkite-Pfeifen, dass beim XS eine Spur heller ausfällt.




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    Heute war es so weit - erster Flug der Neon PS bei 3 bis oberen 4 Bft und im Vergleich mit der normalen Neon.


    Doch bevor ich zum Flug komme, zu den baulichen Unterschieden. Auf den ersten Blick fällt es gar nicht so auf, aber da hat sich bei der PS doch einiges geändert...


    Beide Matten haben 13 Kammern, wobei die Kammern bei der Neon PS bis zu 3 cm breiter sind als die der Neon. Das ergibt einen Breitenzuwachs der Neon PS von 15 cm von 124 cm auf 139 cm. Die Höhe der Matten ist annähernd gleich, die Neon kommt auf 44 cm, die Neon PS auf 45 cm.


    Auch die Waage ist ganz anders gebaut. Bei der Neon setzt die Waage an allen Kammertrennwänden an, und zwar mit 12 Ansatzpunkten. Bei der PS gibt es 14 Ansatzpunkte, allerdings nur bis zur 5. Trennwand von außen. In der Mitte der PS setzt die Waage also gar nicht an, wohingegen sich bei der alten Neon die Waageschenkel beider Seiten sogar bis zur jeweils ersten Trennwand der anderen Seite überkreuzen. Bei der alten Neon setzen drei Waageschenkel am Tampen für die Flugleinen an, die sich dann etwas weiter innen in weitere Schenkel verzweigen. Bei der PS führt von jedem der 14 Ansatzpunkte ein Schenkel direkt bis zum Tampen für die Flugleinen.


    Wie fliegen die beiden aber im Vergleich? Die alte Neon könnte man mit einem hochdrehenden Rennmotor vergleichen, der gern mal unrund läuft, wenn er nicht ausgelastet ist. Die PS kommt schon früh über eine fette Drehmomentwelle, allerdings ohne in einen Begrenzer zu laufen. Alles klar :D ?
    Sobald die PS Luft in den Kammern hat, was durch behutsames Aufzupfen auch bei unteren 3 Bft gut gelingt, startet sie ohne Probleme. Da hat die alte Neon schon eher mal Probleme, vor allem, wenn man zu ungeduldig an den Leinen zieht. Die PS hält super die Luft in den Kammern und sieht am Himmel irgendwie immer aus wie eine aufgeplusterte Bomberjacke :D Egal welches Manöver man fliegt oder reißt, da klappt nichts, die PS behält ihre Form. Aber die alte Neon ist hier auch schön stabil unterwegs. Und die PS macht bei gleicher Windgeschwindigkeit mehr Druck, ist immer sehr satt unterwegs und präsent an den Leinen. So zündet sie auch etwas früher den Turbo als die alte Neon, was aber nicht heißt, dass sie in der Endgeschwindigkeit die Nase vorn haben muss. Das war bei den Böen heute nicht zu beurteilen, mit denen die PS allerdings deutlich besser zurecht kam. Die Neon fliegt dann eben abgehackter als die schön gleichmäßig marschierende PS. Die PS dreht auch deutlich enger in den Spins als die alte Neon.


    55 daN-Leinen in 35 m Länge reichen übrigens bei beiden bis 30 km/h Wind aus (mehr war heute nicht).


    Beides tolle Matten, ich hoffe morgen mal auf mehr und konstanteren Wind. Wer noch keine Neon hat und nur eine will, dem würde ich nach dem ersten Eindruck die PS empfehlen.