Drachen mit 3D-Vektorsteuerung

    Zitat

    Im Moment arbeite ich u. a. an drei Trickdrachenprojekten.


    Solltest Du mal nach Ostfriesland (oder in die Gegend) kommen, sage auf jeden Fall Bescheid-bin an einem Testflug extrem interessiert! Trickdrachen ohne das Leinenhindernis, irgendwie befremdlich-aber super interessant!!! :L


    Gruß,
    Daniel

    Mein Flugspot: Drachenwiese Dornumersiel
    Es ist weniger schwierig Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben. (Pierre Teilhard de Chardin)

    Hut ab Peter,


    Tolle Axels mit dem Nullleiner.
    Der Unterschied zwischen Drachen und Fesseldrachen wird sehr deutlich.


    Interessant finde ich besonders, dass die Drachen genügend Auftrieb bekommen bzw. erzeugen. Hast Du hier einen Unterschied zwischen den Einleinern und den Zweileinern bemerkt? (Sie unterscheiden sich ja in der Gestaltung der Leitkanten)


    Auf den Videos ist meist auch ein Windsack zu sehen. Ich möchte einfach mal behaupten, dass ein für diese Windverhältnisse optimierter Fesseldrachen ähnlich gut fliegen würde - sei es ein Lenkdrachen oder ein Einleiner.


    Eine wirklich gute Idee zur Verbindung von Drachen und Fesseldrachen.


    Viele Grüße,
    Steffen

    Viele Grüße Steffen

    Hallo Steffen,


    Hut ab , ich war auf Deiner Seite, Deine M-Quad vergleichbaren Drachen sind für mich eine Quelle neuer Inspiration... :-O ) Ich denke hier z. B. an kaskadierte, versetzte Mehrdecker mit Vektorsteuerung...Codys... und..und...und...


    Die Axels mit dem Nullleiner (oder: ich sach mal 'Keinleiner' ) sind bei etwas Aufwind deutlich als Aufwärtsspins zu sehen. Spins kann man ebenso in Rückenlage (!) für kurze Zeit fliegen, ebenso Loops in beide Richtungen, gerissene Rollen, Steilspiralen aufwärts und abwärts und einiges an Aerobatics, für die ich keine Begriffe habe :-)) Tricky eben, nur anders als gut geflogene Zweileiner-Trickdrachen, mit denen man ja auch -soweit ich auf Videos gesehen habe- allerlei Aerobatics anstellen kann.


    Du schreibst: '...Interessant finde ich besonders, dass die Drachen genügend Auftrieb bekommen bzw. erzeugen. Hast Du hier einen Unterschied zwischen den Einleinern und den Zweileinern bemerkt? (Sie unterscheiden sich ja in der Gestaltung der Leitkanten)...'


    Nun, als Einleiner habe ich diverse Deltaboxen durchgetestet. Sie sind dermaßen gutmütig, dass selbst ein Fünfjähriger ohne Flugerfahrung imstande war, das Gerät minutenlang in der Luft zu bewegen - mit wachsender Begeisterung. Einleinerdrachen vom Zuschnitt einer Deltabox sind aus meiner Sicht Ideal, um überhaupt Fernlenkflug zu lernen und sich mit der Materie vertraut zu machen. Sie sind sehr langsam zu fliegen, draußen und in der Halle (auch kleine Hallen) und gehen einfach nicht zu Bruch - unkaputtbar.
    Ich fliege u. a. eine Deltabox der ersten Stunde seit September 2007, ca. 50 Std. Flugzeit mittlerweile, das Teil hat testhalber alles erlebt, was man einem Flieger antun kann - und lebt immer noch, ohne Risse, ohne Brüche. Das Tuch müsste nur mal in die Waschmaschine, wenn das geht :-O )


    Auftrieb erzeugt man bei der Deltabox durch Variation der Anstellwinkeldiffenz zwischen Propellerachsebene und Flächenlängsebene mit Hilfe der 3D - Zugvektorsteuerung.
    Von 'Gleitzahlen kann man bei diesen profillosen Fliegern nicht sprechen: Macht man den Motor in der Luft aus, gleitet die Deltabox sanft zu Boden. Allzu hoch sollte man auch nicht fliegen, bei Thermik steigt so ein Teil wegen der niedrigen Flächenbelastung ziemlich schnell.
    Insofern ist das Flugverhalten unter Auftriebsaspekten bei beiden Fliegern - Einleiner oder Zweileiner - fast gleich. Der Zweileiner hat zu den Flügelenden eine 'Flapanstellung', um Unterschneidungen zu vermeiden.
    Der Zweileiner fliegt natürlich eleganter und auch -bei Bedarf - flotter als der Einleiner, im Langsamflug ist er genauso leicht beherrschbar wie die Deltabox, mit etwas mehr 'Gas' zeigt er aber gern, was für ein Potential in ihm steckt: Hohes Suchtpotenzial :-O !


    '....Auf den Videos ist meist auch ein Windsack zu sehen. Ich möchte einfach mal behaupten, dass ein für diese Windverhältnisse optimierter Fesseldrachen ähnlich gut fliegen würde - sei es ein Lenkdrachen oder ein Einleiner...'


    Mal ist der Windsack ein wenig 'gefüllt', mal hängt er schlaff herunter. Welcher Wind erforderlich ist, um einen Einleiner oder einen Zweileiner in der Luft zu halten, kann ich nicht sagen - ich habe es nie ausprobiert. (Wie ich mittlerweile gelernt habe, geht's bei entsprechendem Leichtbau ja auch gänzlich ohne Wind, egal ob draußen oder in der Halle).


    '...Eine wirklich gute Idee zur Verbindung von Drachen und Fesseldrachen....'


    @ Alle: Freut mich, wenn meine neue Idee hier im Board wenigstens von gestandenen 'Drachenprofis' begrüßt wird.



    Gruß Peter (Brushless)

    Hallo Peter,
    interessant könnte auch noch dieser Thread von Achim für Dich sein:
    Gedanken zur Konstruktion von wickeloptimerten Drachen
    Dort haben wir schon viel über Schwerpunkte, Profilierungen, etc. bei einem Delta-Trickdrachen diskutiert.
    So ein vektorgesteuerter Trickdrachen muss ja einerseits in der Lage sein, kontrolliert zu Schweben (eben Höhe gewinnen, oder vernichten, Raumflüge, Landungen), andererseits aber auch um die Hoch-, Quer- und Längsachse (eben für die ganzen Tricks) sehr agil bleiben. Da spielt wahrscheinlich die Verteilung des Gewichts eine maßgebliche Rolle. Ein heckbeschwerter Trickdrachen in Bauchlage, bei Windstille in Richtung Nase beschleunigt, vollführt z.B. von alleine Yoyo (Looping)-förmige Bewegungen. Keine Stabilität vorhanden, die bekommt er erst durch den Gegendruck der Leine im Flug. Keine leichte Aufgabe!


    Gruß,
    Daniel


    Hm, nochmal edit:
    Das meinte ich in etwa so: Die Agilität erreichst Du ja momentan durch die Motoren/Propellerkraft, da du ja geschrieben hast, dass Du den Drachen austrimmst. Was passiert, wenn Du einen schon vorher agilen Körper durch die Steuerung quasi beruhigst?
    - Editiert von DaniohneSahne am 14.03.2008, 16:23 -

    Mein Flugspot: Drachenwiese Dornumersiel
    Es ist weniger schwierig Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben. (Pierre Teilhard de Chardin)

    Hallo zusammen,


    @ Ralf: Danke für den Link, der Kastendrachen vom Drachenfestival in Marseille 2007 funktioniert 'konventionell', Motorträger starr, größere Höhen- und Seitenruder eingebaut. Solche 'konventionell' gesteuerten Drachen verlieren dadurch etwas von ihrem Charme, weil halt irgendwo Ruderflächen untergebracht werden mussten. Mit einer 3D-Zug- oder Schubvektorsteuerung hat man dieses Problem nicht (DongDail, Deltabox), weil das 3D-Modul ohne Ruder auskommt.
    Auch haben und hatten einige Modellbauhersteller Drachenflieger im Programm, die aber mehr oder weniger floppten (meist Rogallos oder Lenkmatten).
    Ich behaupte einfach mal: Mit einer Vektorsteuerung ziehe ich alles in die Luft und lasse es passabel fliegen, sofern der Schwerpunkt vernünftig eingetrimmt ist und die Aerodynamik das zulässt (d. h.: möglichst geringer Luftwiederstand und möglichst niedrige Flächenbelastung). Deswegen kommt auch nur vergleichsweise dünnes CFK-Rohr zum Einsatz.


    @ Daniel: Die Problematik der Schwerpunktverlagerung bei Zweileiner-Trickdrachen, mit denen Trickfiguren 'an der Leine' geflogen werden, ist eine völlig andere als die des freifliegenden RC - 3D- Vektor-Trickdrachens:
    Beim aufgefalteten und gänzlich anders 'verspannten' 3D-Vektor-Trickdrachen lässt sich der für den vektorgesteuerten Vorwärtsflug notwendige Schwerpunkt annähernd durch Flugversuche mit Trimmgewichten ermitteln (Ich mach das in meinem Wohnzimmer, Flugstrecke ca. 6m :-O :-O


    Diesen Schwerpunkt kann man im realen Flugeinsatz geringfügig durch Verschiebung des LiPo-Akkus variieren, je nachdem, ob man in der Halle (mehr schwanzlastig), Draußen bei Windstille (Normallage) oder bei stärkerem Wind (etwas Kopflastigkeit) fliegen will. Eine d y n a m i s c h e Schwerpunktverlagerung (beim gefesselten Zweileiner z. B. durch Verlagerung der Schiebegewichte) würde beim 3D-Vektordrachen den kontrollierten Rückwärtsflug ermöglichen, sofern alle schwerpunktbestimmenden Massen um 180 Grad verlagert werden können (Akku, 3D-Modul, Empfänger, Regler, Servos, BL-Motor).
    Auf diese Art könnte z. B. ein 'Pfeilflügeldrache' als Canard starten und 'verkehrt herum' weiterfliegen, das Ganze beliebig oft im Wechsel, und auch 'rückwärts' landen. Ganz ohne Hilfsruder. Nur mit Vektorsteuerung.


    Du schreibst: '...Was passiert, wenn Du einen schon vorher agilen Körper durch die Steuerung quasi beruhigst?...'


    Nehmen wir mal als Beispiel den DONGDAIL, den ich ja mit der 3D-Vektorsteuerung als X-WING-CANARD quasi permanent 'rückwärts' fliegen lasse: Er hat eine 'Grundagilität', die sich bei Wind in ausgeprägten, rhytmischen Rollbewegungen im RC-Freiflug zeigen. Entsprechende Stabilisierungsmaßnahmen hätten das sehr schöne Erscheinungsbild des Drachen beeinträchtigt.


    Da mir der Drache -so, wie er ist- sehr gut gefällt und ich auf sein unverfälschtes Flugbild als Canard nicht verzichten will, habe ich ihn nicht dahingehend modifiziert, dass er diese 'Marotte' abwirft:
    Ich steuere einfach diese Rollmomente mit der Vektorsteuerung ein wenig 'vorausschauend' aus, reine Übungssache. Die Reagibilität der Steuerung reicht hierfür allemal, einzig ein wenig Pilotengeschick ist hier gefragt :-O .
    Ebenfalls lassen sich mit der 3D-Vektorsteuerung Kopflastigkeit und Schwanzlastigkeit 'wegsteuern'.
    Am meisten Spass macht das Vektorfliegen jedoch mit gut ausgetrimmten Drachen. Das zeigt sich z. B. darin, dass man das Gerät auf 20 - 30m Höhe bringt, dort die Drehzahl 'einpegelt', eine leichte Kurve 'eintrimmt' - den Sender auf Seite legt - und einfach nur mal zuschaut.


    Das geht natürlich nur bei Windstille :-O



    Gruß


    Peter (Brushless)
    - Editiert von Brushless am 14.03.2008, 21:54 -
    - Editiert von Brushless am 14.03.2008, 22:01 -

    Staun :O Und wirr machten Witze über Wireless Drachen das sei die einige Steigerung zu Thomas Null wind Drachen und dabei gibt es die schon grins

    NEU http://leosdrachen.bplaced.net/index.html
    Bin Legastheniker bezeichne mich als Recht- schreibblinder. Wie Einstein und viele andere Persönlichkeiten es auch waren und sind. Seit ich ein Matte geflogen bin, hat mich der Virus gepackt. Ich hatte ein unverschuldeten Auto Unfall mit Schleudertrauma folgen und merke das das Drachenfliegen gut tut bei den Rücken- Nacken und andern schmerzen. Gruss Leo

    Hallo Leo,


    Bringst mich da auf eine Idee...


    'WIRELESS KITING'...das isses, so könnte man - analog zum Fliegenlassen von Einleinern und Zweileinern an der Leine - das RC-Kiting auch nennen :-O :-O


    Gruß


    Peter

    Hallo zusammen,


    wie versprochen, gibt's hier die Videolinks zum Trickdrachenprojekt. Alle Videos dokumentieren Erstflüge. Die beiden größeren Zweileiner MAESTRO und JIVE von HQ werden noch modifiziert, die kleinen BEBOPs machen bereits alles, was man so von ihnen verlangen kann ... :-O


    Viel Spaß beim Anschauen!


    Die Videolinks:


    http://www.crazyplanes.de/maestro.wmv
    http://www.crazyplanes.de/jive.wmv
    http://www.crazyplanes.de/bebop.wmv


    Gruß


    Peter (Brushless)

    Hab ich mir doch gleich mal gesaugt. Besonders der Bebop, und die Cometeähnlichen (wie sagst Du ;) ) Aerobatics ab 1:40 sehen schon sehr vielversprechend aus. Du könntest doch bestimmt auch eckige "Flatspins" um eine Flügelspitze zirkeln, oder? Und Standoffs brauchst Du ja auch nicht, wie ich gesehen habe...
    Bin echt beeindruckt! :H:


    Gruß,
    Daniel

    Mein Flugspot: Drachenwiese Dornumersiel
    Es ist weniger schwierig Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben. (Pierre Teilhard de Chardin)

    Hallo Daniel,


    freut mich, dass Du Spass an den im Erstflugvideo (!) gezeigten Aearobatics hast :-O


    Was den Ausbau der fliegbaren Figurenvielfalt angeht - hier kann und wird noch einiges geleistet werden:
    Um kurzfristige RÜCKWÄRTSFLUG-Sequenzen fliegen zu können, muss ein Brushless-Motorregler mit Drehrichtungsumkehrfunktion her, die gibt's gerade neu auf dem Markt. Dann könnte man z. B. mit Schwung zu einem senkrechten Turn ansetzen, und - kurz vor Erreichen des Scheitelpunktes - den Motor mit voller Drehzahl rückwärts laufen lassen und mehrere RÜCKWÄRTSLOOPS hintereinander fliegen, so 4 - 6 Loops müssten drin sein, wenn die Ausgangshöhe stimmt. Aus dem letzten Rückwärtsloop könnten rechts- oder linksgedrehte Vertikalrotationen folgen, innerhalb deren Ablauf wieder -durch Schubumkehr auf Vorwärtsflug - horizontale Aufwärts (!) - Axels (Spins) mit anschließenden vertikalen Spins und Mehrfachloops folgen usw. usw.


    Der Phantasie sind hier echt keine Grenzen gesetzt, ich steh' da mit meinen Geräten erst ganz am Anfang. Das Ganze wäre reine Trainingssache.
    Begünstigt würde die Entwicklung dieses 'Trickpotentials' durch leichten Aufwind (z. B. durch Flug an der Deichkante oder auch an jeder Wiese mit Hanglage) und durch Verwendung von 'Fliehgewichten', die -je nach Flugfigur- durch ihre dynamische Positionsverschiebung entsprechende Wirkungen, d. h. zusätzliche Hebelkräfte innerhalb bestimmter Figuren, entfalten können. Einige Trickdrachen, so z. B. der Maestro, arbeiten ja bereits mit solchen Gewichten, um beim gefesselten Fliegen durch ihre Wirkung den Piloten zu unterstützen.


    Wart's ab, wenn das Wetter erst mal besser und wärmer ist, und die LiPo-Akkus länger 'halten', d. h. mehr und länger 'Saft' ohne temperaturbedingte Leistungseinbrüche abgeben:


    Alles will ausprobiert werden!


    Gruß


    Peter (Brushless)

    Hi Peter,
    Rückwärtsflug gibts doch bei den Indoor-Flieger schon länger. Per Verstellpropeller kann man die verrücktesten Figuren fliegen und auch z.B. rasante Sturzflüge Millimeter überm Boden abfangen, um anschliessend rückwärs wieder hoch zu steigen.


    Ich selbst habe zwar kein solches Modell, habe aber diverse RC-Flugsimulatormodelle (teilweise mit Unterstützung vom Deutschen Indoorflug Meister) entwickelt und programmiert, die einen V-Prop haben.


    So einen Verstellpropeller könntest du doch einfach auf einen deiner Drachen montieren und schon kannst du in beide Richtungen Fliegen.


    Ein Verstellpropeller hat übrigens noch den Vorteil, dass der Motor nicht anhalten und neu beschleunigen muss, um die Schubrichtung umzukehren. Dadurch, dass beim V-Prop keine großen Massenträgheiten im Spiel sind, kann der Schubrichtungswechsel sehr schnell und kräftig erfolgen und somit sehr gefühlvoll und präzise gesteuert werden.


    Hier ein Video, auf dem man das sehr schön sehen kann.
    (Der Propeller beim "Nippel" ist übrigens in der Mitte des Modells an der Kreuzungsstelle von Flügel und Rumpf - schön geschützt vor jeglicher Bodenberührung)


    Gruß,
    Dietmar


    - Editiert von DK am 29.03.2008, 12:19 -

    Hallo Dietmar,


    Die Verstellpropeller-Entwicklungen im Hallen-Slowflyerbereich für rudergesteuerte Flugzeuge bis ca. 200g habe ich vor einem Jahr selbst mitgemacht. Für ruderlose Flugzeuge (3D-Vektordrachen), die ein Fluggewicht zwischen 300 und 1050g auf die Waage bringen, gibt es -glaube ich- derzeit keine ausreichend groß dimensionierten VPP-Systeme, die sind fast ausnahmslos auf den leichtgewichtigen Slowflyerbereich für Schubleistungen um die 350g ausgelegt. Hinzu kommt, dass die Pitch-Verstellung der Propellerblätter ein weiteres Servo erforderlich macht, für das es bei meiner Vektorsteuerung mit direktem Antrieb der kardanischen Achsen nicht genügend Platz gibt.


    Ich habe in 2006 und 2007 zwei der ersten erhältlichen VPP-Systeme auf meiner 3D-Steuerung aufgebaut, beide Props sind mir um die Ohren geflogen, sie waren offensichtlich nicht Vollastfest und mit einem Zellengewicht von 500g heillos überfordert. Ich habe dann - auch wegen der hohen Kosten - das Thema VPP erst einmal ad acta gelegt. (Im Übrigen begeistere ich mich mehr für das Weglassen (sofern möglich) als das Hinzufügen (immer möglich :-O ) bei meinen Konstruktionen)


    Aber mal was anderes, Dietmar, Du bringst mich da auf eine Idee:


    Ist es möglich, einen meiner ruderlosen, 3D-vektorgesteuerten Drachen, z. B. die 300cm - Deltabox, für den Flugsimulator (z. B. Aerofly Professional) zu digitalisieren?


    Gruß


    Peter
    - Editiert von Brushless am 29.03.2008, 20:28 -
    - Editiert von Brushless am 30.03.2008, 09:47 -

    Hallo Peter,
    das Video ist toll! Welche Kamera benutzt du?


    Wegen dem Simulator: die kurze Antwort: Ja das geht.


    Die lange Antwort (ein wenig off-topic): Der AFPD ist zwar in erster Linie für Flächenflugmodelle und Helis ausgelegt aber man kann ihn auch dazu bewegen allerhand Skurriles zu simulieren.


    Intern ist der AFPD ein wahres Wunderwerk der Simulationstechnik. Viele andere Simulatoren benutzen intern nur ein reines Parameter-Modell, während das 3D-Modell letztlich nur optischen Zwecken dient. Nicht so der AFPD. Er verwendet eine Kombination aus Parameter-Modell und 3D-Modell. Z.B: Ein Flügel muss immer eine passende Geometrie haben. Das Parameter-Modell beinhaltet nur grundlegende Parameter, wie z.B. das Flügelprofil (zwei Profilschnitte, je einer an Wurzel und Randbogen), Ansteuerung der Klappen (falls vorhanden), Gewicht, Schwerpunkt und Trägheitsmoment. Der Rest also z.B. die genaue Größe des Flügels, die Form, Pfeilung, Streckung, Schränkung usw. werden aus der 3D-Geometrie entnommen.


    Darüber hinaus bietet er ein modulares Programmiersystem, das aus sog. Objekten besteht. Jedes Objekt stellt ein Bauteil im weitesten Sinne dar - z.B: Motor, Propeller, Flügel, Rumpf aber auch Räder, und sogar einzelne Servos, Empfänger usw.


    Alle Bauteile des 3D-Modells müssen durch ein Objekt repräsentiert werden, wobei man mehrere 3D-Modell-Bauteile zu einem Objekt mit Unterobjekten zusammensetzen kann (z.B. ein Flügel besteht dann aus der Flügelfläche und dem Querruder, usw.).
    Alle Objekte (bis auf ein paar Default-Objekte) können über sog. Joints zusammengesetzt werden. Die Joints definieren je einen Befestigungspunkt und die dazu gehörenden "Klebekräfte". Stellt man die Klebekräfte passend ein, kann das Modell im Simulator später auch vorbildgetreu am Boden zerschellen oder bei Überlastung z.B. im Looping auseinander brechen.
    Joints können auch mit Servos verbunden und animiert werden.


    Auf diesem Weg kann man auch eine Schubvektorsteuerung realisieren. Das erste AFPD-Modell, das soetwas hatte, war mein Harpoon-Freestyle:



    Inzwischen habe ich auch mal eine Propeller-SVS an einem FunJet realisiert. Brushless-Power mit Zweiachs-SVS... Sehr spassig! :-O


    Zufälligerweise hat ein Kollege aus der AFPD-Community kürzlich den ersten Zweileiner-Lenkdrachen für den Simulator realisiert.


    Im Prinzip ist also alles Vorhanden... :-O


    Gruß,
    Dietmar

    Hallo Dietmar,


    Ich benutze eine simple FlycamOne, die seitlich -flach liegend und über Spiegel filmend - am Motorträger befestigt ist. Leider ist in dieser Stellung alles spiegelverkehrt, aber - bei Landschaftsaufnahmen fällt das nur Ortkundigen auf (stehend ohne Spiegel hat das Teil mehr Luftwiderstand...).


    Dietmar, Deine Ausführungen über die objektorientierte Digitalisierung sind hochinteressant.


    Wenn Deinerseits Intesse daran besteht, z. B. meine große Deltabox als ersten RC- Drachen mit 3D - Zugvektorsteuerung in den Flugsimulator zu bringen (oder auch einen andereren aus meiner 'Sammlung') - ich stelle gerne ein Modell zur Verfügung. Ich könnte mir denken, das so ein 'Luftschiff' noch mehr Freunde finden könnte :-O
    (Blauäugig wie ich bin, weiß ich allerdings nicht, mit welchem Arbeits- und Zeitaufwand das verbunden sein wird... exotisch genug dürfte es auf jeden Fall sein :-O )


    Habe gerade wieder 2 Prototypen - Erstflüge absolviert:


    Zum Ersten eine auf's Notwendigste reduzierte kleine Einleiner - Deltabox, für Anfänger sozusagen, nur mit Rechts-Links-Steuerung (2D-Zugvektorsteuerung). Hoch/Tief wird alleine durch mehr/weniger Drehzahl des Motors gesteuert.
    Sowas wäre ideal als Anfängermodell mit einer billigen RC-Anlage, Ready to fly, und müsste für unter 100,00 Euronen zu machen sein.


    VIDEO vom Erstflug am 8.4.08:http://www.crazyplanes.de/billigbox.wmv



    Zum Zweiten einen 2,30m Langflügel-CODY von DIDAKITES: Im Flugverhalten dem DONGDAIL nicht ganz unähnlich, kommt er auch bei mir rückwärts daher, als 'Kastenente', könnte man sagen.


    Diese ausgefallenen Kastendrachenkonstruktionen haben schon ihren besonderen Reiz: Sind sie erstmal in der Luft, erfreuen sie durch ihr ausgefallenes Flugbild als Freiflieger und stellen eine besondere Herausforderung für den RC-Piloten dar....


    Das Video von den ersten Startversuchen und Flügen zeigt, dass hier noch ordentlich Entwicklungsarbeit zu leisten ist. Der CODY mag es gar nicht, wenn er mit seiner V-Form des Hauptflügels über die Längsachse in die Kurven 'gedreht' wird - was bei einer doppelten zweidimensionalen Zugvektorsteuerung nicht anders zu machen ist: Im Prinzip wird der rote CODY wie ein großes Deltaflugzeug - nur ohne Steuerruder - gesteuert.


    Hier das VIDEO vom Erstflug des roten CODY mit doppelter 2D - Zugvektorsteuerung am 8.4.2008:


    http://www.crazyplanes.de/cody.wmv


    Ich werde jetzt erstmal den Schub der Motoren durch größere Props erhöhen.
    Wenn das nicht die erwünschten Steuer-Verbesserungen bringt, wird auf 3D-Zugvektorsteuerung umgerüstet - damit lassen sich die Kurven f l a c h fliegen, und die Taumelneigung lässt sich erheblich reduzieren - hoffe ich jedenfalls.
    Auch hier gilt: Nur Versuch macht kluch -denn vektorisierte Drachen sind unberechenbar :-O :-O


    Gruß


    Peter (Brushless)
    - Editiert von Brushless am 08.04.2008, 17:05 -

    Hi Peter,
    also der Aufwand haengt sehr stark von Detailreichtum ab. Ueblicherweise bewegt sich der Gesamtaufwand fuer ein normales AFPD-Modell im Bereich von 10-70 Stunden. Dabei ist der Aufwand fuer das 3D-Modell und die Programmierung in etwa gleich verteilt.


    Ich habe inzwischen mit einem relativ einfachen 3D-Modell (ein Jump-aehnlicher Drachen) angefangen und werde es wohl erst mal fuer den Simulator FMS programmieren. Dann haettest du auch was davon, denn der Preisunterschied zwischen FMS (= Freeware) und AFPD (~ 220 Euro) ist schon erheblich.


    Mit dem FMS laesst sich aber wunderbar und vor allem mit wenig Aufwand ein Modell ueberhaupt erstmal ans Fliegen bringen. Er simuliert allerdings nicht so filigran und detailliert wie der AFPD. Zum Rumjuckeln ist er aber super.


    Fuer das 3D-Modell koennte ich noch einige Detailbilder von deinem Motoraufbau gebrauchen. Am besten 2-3 Detailbilder der Motorgondel und vieleicht ein paar Gesamtansichten jeweils von vorne/seite/oben. Bei den Gesamtansichten ist es empfehlenswert mit der Kamera etwas weiter weg zu gehen und voll gezoomt zu fotografieren. Dann sind die Verzerrungen kleiner.


    Gruss,