Hey hey hey !
Ich bin zurückgekehrt von der Nord(!)see und muss euch unbedingt berichten :-O
Zu allererst habe ich bei diesem Urlaub ein Vorurteil für alle Ewigkeit
aufgegeben: man kann in Deutschland keinen schönen Urlaub machen !
Ich krieche zu Kreuze und muss hiermit sagen: wenn das Wetter stimmt
ist Deutschland ein geniales Urlaubsland !! 8-)
Ich war mit einem guten Freund eine Woche lang auf Wangerooge und kann das
nur jedem ans Herz legen, der einen ruhigen, entspannten Urlaub mit seinem
Drachen machen möchte. Tolles Wetter, gute Windbedingungen... naja, ok,
vielleicht hatten wir ja auch einfach nur Glück gehabt.
Nun aber schnell zum ersten Flugbericht mit meinem neuen Topas 2.2:
Take 1 - Der Aufbau
Das ist zwar peinlich aber der Vollständigkeit halber gehört das jetzt dazu.
Ich oute mich ja gern als unwissend und als Anfänger 
Flugs den Drachen im Hotelzimmer ausgepackt und prompt nicht mehr weitergewusst.
Jede Menge Schnüre (die Waage), Stangen (die CFK-Röhren) und 6 Antennen, die ich
als blutiger Anfänger natürlich erstmal nicht als Stand-Offs identifizieren konnte.
Jetzt lacht nicht, aber ich habe es nach einer halben Stunde immer noch nicht hinbekommen
mein neues Schmuckstück aufzubauen und habe sogar nochmal kurz bei Michael angerufen,
der mir dann leicht amüsiert genau beschrieben hat was zu tun war. Naja... das letzte Mal
als ich einen Drachen geflogen bin war ich 12 und das ist jetzt 14 Jahre her 
Take 2 - Am Strand
Wie das nunmal so ist mit der Übung ging der Aufbau am Strand dann relativ zügig vonstatten.
Der Topas stand schnell, die Leinen schnell mit einem Buchtknoten befestigt, Skyjacks angelegt
und ZACK ! ... den Drachen hoooooochgezogen.... 5 Meter, 10 Meter, 25 Meter... 20 Meter, 10 Meter...
Oh Oh... noch schnell dem alten Ehepaar zugerufen, dass sie da schnell weggehen sollten und KRACH!
habe ich meinen schönen neuen Topas ersteinmal direkt in den Sandboden gerammt. Ganz ehrlich,
mein herz hat geblutet, aber ich hatte sowas ja schon kommen sehen. Nach verwunderten und erschreckten
Blicken des älteren Ehepaars gelang Versuch zwei dann schon wesentlich besser und mir gelang es
den Drachen im Windfenster zu halten, kleine Rechts- und Linkskurven zu fliegen und den Zug zu spüren
und zu genießen bei einer Windgeschwindigkeit von 4 - 5 bf - also durchaus schon ordentlich.
Take 3 - In der Luft
Nach etwa einer Stunde habe ich das ganze nur noch intensiv genossen.
Die schnelle Reaktionszeit des Topas, die scharfen Ecken nach Push-Turns,
die windig-zackig-sausenden Loopings die den Druck auf die Arme erhöhen,
das Gleiten über dem Meer am Rande des Windfensters (mit anschließender Dusche und
Rettungsaktion) ... all das hat mir sehr sehr gut gefallen. Viel Spiel, Spaß und Spannung...
quasi ein fliegendes Ü-Ei 
Take 4 - Die Leinen
Nun zu den weniger erfreulichen Dingen. Die lieben Leinen von Climax , 2 x 30 Meter.
Himmel, da probiert man einen neuen Trick aus - oder möchte ich wenigstens mal
anfangen zu üben und prompt wird man mit dem übelsten Leinensalat bestraft. Nachdem
ich ansatzweise versucht habe meinen ersten Axel zu fliegen ging NICHTS mehr. Ich bin den
ganzen Strand abgelaufen, eine geschlagene Stunde lang, um alles verdrallte wieder zu
entdrallen. Es war der Horror. Wahrscheinlich stelle ich mich unheimlich anfängermäßig
ungeschickt an - wie man schon beim Aufbau bewundern durfte - aber das hat wirklich
keinen Spaß gemacht. Ich traue mich zur Zeit gar nicht neue Tricks auszuprobieren, weil
ich Respekt vor dem anschliessenden Leinensalat habe. Himmel, ich hätte nie gedacht,
dass sich dieses Zeug SO rapide und übel verheddern kann. Gibt es da einen Trick, um
dem schlimmsten "eine Stunde am Strand entheddern" - Event aus dem Weg zu gehen ?
Würde ja schon gerne was neues ausprobieren an Figuren, aber diese Verdrallerei ist ja
unheimlich nervenaufreibend.
Take 5 - Der letzte Tag am Strand
Einfach wunderbar. Es läuft alles wie geschmiert. Der Drachen gleitet zügig über den Boden.
Drei, vier Loopings die den Drachen gen Boden schicken und drei, vier Loopings in die entgegen-
gesetzte Richtung, die den Drachen wieder aufwärts befördern. Es macht Spaß ! Die erste erfolgreiche
Landung am Rande des Windfensters und ein direkt anschliessender Start lassen das Adrenalin
und Serotonin im Blutkreislauf steigen. Es ist ein schöner Tag - wenn auch ein trauriger, denn
der Urlaub ist schon so bald vorbei...
.... und nun bin ich wieder hier und warte auf meine erste windige Gelegenheit den Topas
auch mal im Binnenland zu auszuprobieren 
Tipps, Anregungen und Verbesserungsvorschläge
für den nach wie vor blutigen Anfänger aus Frankfurt ?
Ich freu mich !
Lieben Gruß
Manuel