Erfahrungsbericht Erstflug:
So, nach einigen Wochen Arbeit, Schablonen für Segel und Ausschnitte anfertigen, Recherchen für Materialauswahl, Bestellung von Material, Beschaffen einer Nähmaschine, Nähübungen und letzendlich vielen sorgfältigen Arbeitsschritten wurde die ganze Sache heute beloht.
Der Erstflug!
Den 125er fertig aufgebaut ins Auto gelegt und bei Nieselregen ab auf die wohl vertraute Kuhwiese. Bei 12 bis 15 Knoten Wind war ich erstmal optimistisch. Auf der Standardeinstellung habe ich den Kite nicht in Strömung bekommen, also etwas flacher gestellt, irgendwann habe ich es geschafft, ihn in Strömung zu bekommen, auf dem Weg in den Zenith ist er leider abgeflattert, noch flacher gestellt, er ist noch früher abgeflattert. Ich habe mich an die Beschreibung von diesem Verhalten in diesem Thread erinnert, aber was war die Gegenmaßnahme, flacher oder steiler? Jetzt weiß ich es, er muss steiler! Also zurück auf die Standardeinstellung. Vor dem Start den Kite ein so weit nach vorne gezogen, bis er drohte nach vorne über zu kippen, ich habe den Druck im Segel gespürt, einen guten Ruck, das Segel geht nach oben, kippt weg, ein zweiter Ruck und zwei Schritte nach hinten und ab ging die Post. Kein Abflattern mehr auf dem Weg in den Zenith, wenn mal die Strömung abreißt, z.B. am Windfensterrrand reichen zwei Schritte nach hinten um abzufangen. Trotz seiner starken Streckung muss ich sagen, dass er sehr angenehm und gutmütig fliegt. Nach den ersten 10 bis 15 Versuchen komme ich mit dem Starten des Flügels sehr gut zurecht. Bei den guten Böen von 15 Knoten bin ich mit meinen 100KG gerne mal nen Schritt nach vorne gegangen, bei der Matschwiese hatte ich keine Lust auf Arschledern. Er neigt nicht zu Strömunsabriss in engen Loops, wie ich es z.B. vom Gladiator 1.8 kenne, klasse!!!
Am Mittelkreuz habe ich die Standardeinstellung ausprobiert und danach mal einen Knoten nach außen gesetzt. Weiter aussen habe ich erstmal angenehmer und zahmer empfunden.
Es ist schon eine tolle Sache, selbst einen Kite zu bauen und erfolgreich den Erstflug zu absolvieren. Das habe ich seit dem Grundschulalter nicht mehr gemacht. 
Ich hatte eine 130/30er Protec angeknüpft, die war schon OK, aber sie ist heute nicht an ihre Grenzen gekommen.
Nach dem ersten Flug habe ich den Eindruck, dass sich alles ein wenig gesetzt hat, so soll es ja wohl auch sein, sonst würde man es ja auch nicht "einfliegen" nennen. Beim ersten zusammenbauen hatte ich den Eindruck, dass alles sehr sehr stramm sitzt, nun geht alles leichter von der Hand.
Werde nun den 3.14m bestaben und die Koppelleinen anfertigen. Dachte da an 1,5m lange Koppelleinen zwischen dem 3.14 und dem 3.14m, oder kann Jemand längere Leinen empfehlen? Kürzer machen geht ja immer, länger nimmer.
- Editiert von Christian78 am 13.01.2012, 13:25 -