Beiträge von Moonraker

    Merci! Es war schwere, aber sehr erfüllende Arbeit. Wie schon gesagt, der Dank für die Fotos, auf denen ich kämpfte gebührt Jens, dem ich meine Kamera in die Hand drücken durfte.


    Jetzt aber noch zu einem anderen tollen Drachen von Günter, dem B6. Jens hat ihn mir freundlicher Weise ausgeliehen und ich konnte ihn vorgestern eine Weile fliegen. Mit 4,10 m Spannweite stand ein wahrlich beeindruckender Drachen auf der Wiese, auch optisch, denn Günter hat hier Flickwark-Schwerstarbeit geleistet.




    Der B6 ließ sich recht flach gestellt sehr einfach starten und flog mit stetem Druck bei 3-4 Bft seine Bahnen am Himmel. Auch Loops machten viel Spaß. Bei auffrischendem Wind machte sich eine leichte Verformung der LKs bemerkbar, weshalb ich den B6 noch einmal steiler stellte. Jetzt war gleich mehr Musik drin und ich konnte mich langsam durch das hohe Gras schleppen lassen, der Hintern kam teilweise auch schon hoch, wenn der B6 sich in den Zenit powerte. Als ich dann noch steiler stellen wollte, fiel mir auf, dass sich einige Stopperclips gelockert hatten, was nach 15 Jahren und der plötzlichen Belastung nicht verwundert. Die habe ich heute alle nachgeklebt und z. T. gedoppelt. Auch habe ich der Knotenleiter für den Entlastungsschenkel noch zwei zusätzliche Knoten spendiert, da der Schenkel beim Steilerstellen schon recht straff war und für weitere Justierungen am MK zu straff gewesen wäre. Der erste ca. 30-minütige Eindruck von dem Kite war jedenfalls sehr positiv. Und er ist eine absolute Augenweide am Himmel, seht selbst:





    Sauber, Patrick und Jörg. Das Teil entwickelt ja heftig Zug!!
    Hast Du irgendetwas am Profil verändert im Verhältnis zu den kleineren Lawinen? Normal starten die großen Modelle ja etwas leichter als die kleineren...

    Das sind in der Tat Kunstwerke, die sehr schön vom Fotografen in Szene gesetzt wurden, Günter!


    Nun bin ich endlich soweit für Bilder und Bericht vom großartigen Fliegen des Flak 9.0. Am Vatertag fuhr ich zu Jens, der gerade dabei war, dem großen Brummer eine neue Waage aus moderner dehnungsarmer Leine anzupassen. Es folgte dann ein Probeaufbau, bevor es zum Strand nach SPO weiterging. Dort blies der Wind mit 17-25 km/h und war nicht extrem böig. Somit herrschten schon einmal gute Voraussetzungen, allerdings fragte ich mich, wie zugstark der Flaki bei über 20 km/h Wind wohl werden würde. Mit Hilfe von Jens und Mario war der Flaki bald aufgebaut und überstand den ersten Test der Waage an kurzen Leinen ohne Probleme.



    Zum ersten Flug ließen die drei Helfer den 9.0 aus ihren Händen starten und er schwebte langsam bis ans Ende der 50 m langen Leinen in den Himmel. Er befand sich in der Einstellung, die von der alten Waage übernommen worden war und hatte für die Kurven noch sehr lange Lenkwege. Es ging aber recht problemlos, wenn ich die Kurve sehr früh und am oberen Ende der Diagonale einleitete. Wir landeten also wieder und stellten einen Knoten steiler. Dies führte wie erwartet zu stärkerem Zug, der aber noch gut zu parieren war. Die Lenkwege wurden nicht wesentlich beeinflusst, so dass wir erneut landeten und den Anknüpfpunkt für die Flugleinen über die Knotenleitern an der LK jeweils 10 cm weiter nach innen verlegten. Nun kam der Flaki 9.0 deutlich leichter um die Kurven und insgesamt wurde das Ansprechverhalten direkter. So kämpften wir also mit dem Riesen für etwa eine halbe Stunde, Jens und Uwe lösten mich gern ab, als die Arme durch die ja immer noch ordentlichen Lenkwege und den Zug sauer wurden. Übrigens, ein Start allein vom Boden ist problemlos machbar. Uwe flog dann noch parallel seinen selbstgebauten 5.0 und die beiden standen zusammen am grauen Himmel von SPO, was sehr schön aussah.



    Nun aber zum Flugverhalten an sich. Günter hatte Recht, als er mir sagte, der Flaki würde sich da ganz anders verhalten als die anderen Großdrachen, die ich in meiner Sammlung habe. Der Flaki 9.0 ist eindeutig aufs ruhige Schweben und Gleiten am Himmel ausgerichtet. Dabei braucht er durch die Ventilierung schon erstaunlich viel Wind, um langsam ohne Rückwärtsgehen in den Zenit zu steigen. Der Zug ist moderat für so einen Riesen, selbst bei mittleren 4 Ft war der Drachen bestens zu kontrollieren. Es ging allerdings schon vorwärts und wir zogen lange Spuren in den Sand mit unseren Stiefeln.



    Faszinierend ist auch, dass man den 9.0 fast wie einen Einleiner am Himmel parken kann, am liebsten hat es, dabei leicht schräg angestellt zu sein. Dann steht er da, die Leinen singen, man kann zwischen dem Luftholen sogar noch quatschen :). Lässt der Wind einmal deutlich nach, so muss schon einige Bein- und Armarbeit aufgewendet werden, um den Drachen - v.a. am Windfensterrand - wieder in die Höhe und die andere Richtung zu manövrieren. Die eben beschriebene "Parkbarkeit" in Verbindung mit den langen Lenkwegen führt aber auch zum einzigen Problem, dass wir mit dem Flaki hatten - er ist schwer zu landen. Fliegt man ihn zum Windfensterrand, seht er da schräg und steigt bei jeder Böe schon wieder hoch. Mal eben rüberziehen mit der Flugleine geht auch nicht ohne weiteres. Man muss den Drachen also im richtigen Moment ablaufen, oder ihn notfalls über die Nase abrollen lassen. Die LK hält das aus.



    Das Ende von der Aktion war leider nicht ganz so schön. Vermutlich schon vor dem letzten Start, oder aber dann in den Loops am Himmel, hatte sich die rechte Diagonalstrebe aus dem Verbinder an der LK gelöst. Nach der Landung stellten wir fest, dass das Ende ein kleines Loch in ein Flickwarkpaneel gestoßen hatte. Nun ist also Flicken angesagt:(





    Mittlerweile ist alles sortiert - sind ein paar ganz nette Fotos dabei (war ja auch Jens an der Kamera). Bin erst am Sonntag wieder zu Hause und in der Lage Bilder vernünftig hochzuladen (nur als Erklärung warum es so lange dauert).