Cody spielt verrückt

    Hallo


    Ich habe letzte Woche erstmal meinen Cody, Spannweite ca. 2,5m als "Luftanker" für mein KAP-Rig genutzt. Das Rig hing ca. 30 m unter dem Drachen und ich habe diesen dann noch 70 m Leine gegeben. So nach gut 10 Minuten Flugzeit neigte der Drachen sich leicht nach rechts. Dieses Verhalten hatte ich in der Vergangenheit noch nicht festgestellt. Die Rechtsneigung wurde dann innerhalb von Sekunden immer stärker und der Drachen sauste dann Richtung Boden ohne sich nochmals aufzurichten. Zum Glück stand das Gras recht hoch und ich konnte dann durch Nachlassen der Leine den Druck etwas reduzieren. Der Drachen und auch die Kamera hat alles überstanden. Die Trimmung des Drachens ist vom Hersteller eingestellt und normalerweise kann sich der Anstellwinkel auch nicht selbst verstellen. Hat jemand eine Erklärung für den Sturzflug?


    Jochen

    Waren denn alle Stäbe noch ordentlich abgespannt, als du ihn aufgefunden hast? Vielleicht hatte sich einer davon schon während des Fluges gelockert...

    Vorflugscheck halte ich immer genaustens ein. Alle Spannleinen waren frei und nichts verwickelt. Ich stehe vor einem Rätsel und möchte so etwas nicht noch einmal erleben.


    Jochen

    Hi,
    wie hatten sich die Windverhältnisse geändert, oder ist alles gleich geblieben?
    Prüf doch die Waage nochmal, ob da etwas verrutscht ist.


    Ich nehme mal an es handelt sich um einen 50 er Kurzflügel oder ein 35 er Langflügel.


    Sind noch alle Kappen intakt ? manchmal reißen die und mann merkt es nicht gleich.


    Berichte mal, viel Erfolg.



    Bis denne Wolfgang

    Hallo Wolfgang


    Ich habe den Drachen auf einer küstennahen freien großen Wiese steigen lassen. Der Wind kam aus S/W und war leicht böig. Schäden habe ich an dem Cody keine. Das Teil wird aufgrund des starken Zug nicht so oft geflogen. Da ich jetzt an der Ostsee einen 2.Wohnsitz habe, nutze ich den Drachen nun öfters da man ja auf möglichst laminaren Wind angewiesen ist, den ich hier im Sauerland zwischen den Bergen nicht immer habe. An eine Verstellte Waage habe ich auch schon gedacht. Bei einer optischen Überprüfung ist mir aber nichts aufgefallen. Werde dann mal alle Befestigungsleinen genau nachmessen, obwohl sich da eigentlich nichts verstellen kann.


    Jochen

    Es ist möglich, dass sich eine der Abspannleinen der Flügel verheddert, bzw. einmal um den Nocki gelegt oder sich verdreht hat.
    der Cody ist an diesen Abspannungen sehr empfindlich. Erst mal fliegt er normal, bekommt er dann mehr Druck, zieht er weg.
    Codys mögen gleichmässigen Wind und sind im Binnenland nicht immer einfach zu händeln. Als Luftanker gibt es bessere Alternativen.

    Grüße
    Lutz
    man braucht nie mehr etwas zu suchen, wenn man weiß wo irgendwo ist

    Hmm..., mal mein Erklärungsversuch:


    Du sagst Du hast den Cody zum ersten Mal fürs KAPen benutzt.
    Da Dein Cody nach Deiner Aussage richtig zieht, ist die Waage nicht zu flach.


    Wenn Du nun aber etwas in die Leine einhängst, so wird der Leinenwinkel vor dem Gewicht flacher, nach dem Gewicht (zum Drachen hin) aber steiler.
    D.h., daß der Drachen flacher steht.
    Kommt nun ein wenig mehr Wind oder eine Böe kann es sein, daß mit der (im Verhältniss zum Wind) flacheren Waage der Drachen aus dem Gleichgewicht gerät und runterkommt.


    Ich bin kein KAP-Experte, aber das ist meine Idee dazu.


    Ich vermute auch, das das KAP-Rigg in der Leine der Grund dafür war, daß der Drachen sich nicht gefangen hat ...



    Viele Grüße, Jens



    Rechtschreibfehler verbessert
    - Editiert von Jens Lück am 26.08.2014, 19:16 -

    www.toryu.de

    "I started out with nothing and I still got most of it left ..."

    Seasick Steve

    Danke erst einmal für Eure Unterstützung. Wie schon gesagt, eine am Nock verwickelte Leine schließe ich aufgrund meines Vorflugcheck aus. Vermutlich liegt Jens mit seiner Aussage richtig. Zum Glück habe ich ja noch andere große zugstarke Drachen und werde dann mir die ideale Kombination fürs Kappen austesten.


    Jochen

    Was mir noch zu dem Thema einfällt: Das Gestänge genau prüfen. Ich hatte mal den Fall, das eine Stange 'weich' geworden ist. Die war nicht gebrochen aber hat angefangen sich aufzulösen. Der Faserverbund hat irgendwie die Bindung verloren und möglicherweise wäre sie dann demnächst gebrochen. Dadurch bog sich eine Seite des Drachens mehr als die andere. Als ich testweise die Standen rechts/links getauscht hatte flog er auf die andere Seite. Damit war bei mir klar, woran es lag. Die Stangen hatten einen unterschiedlichen Widerstand.


    Ob so was bei einem voll verspannten Cody auch passieren kann mag ich jetzt aber nicht beurteilen. Ein Blick auf die Stangen kann aber nicht schaden.

    Wahrscheinlich hat Jens recht.


    Codys reagieren (eigene Erfahrung) aber auch mit solchen Manövern, wenn die stabilisierenden (senkrechten) Paneele nicht optimal gespannt sind.


    Das wirkt dann wie ein Seitenruder und wenn der Wind in Böen zunimmt, gehts seitwärts runter...,


    Gruß
    Matthias

    Michael


    Am Gewicht des Riggs kann es nicht liegen. Der Cody zieht die Leine im steilen Winkel ohne großen Bogen. Die Zugkräfte sind schon gewaltig. Bei meinem großen Rokkaku habe ich dieses nach der Seite wegziehen und dann ab Richtung Boden auch schon erlebt. Da ist es aber eine Sache der Vorspannung des Gestänges. Ende des Monats bin ich dann wieder an der See und messe dann meinen Cody nochmals genau durch.


    Jochen

    Zitat

    Das Rig hing ca. 30 m unter dem Drachen und ich habe diesen dann noch 70 m Leine gegeben.

    Probiere doch mal dieses Verhältnis zu ändern. Lass dem Drachen mehr Leine, bevor irgendwas in der Leine hängt. Jens Beschreibung erklärt sehr gut die Wirkung auf den Anstellwinkel des Drachen.