Hallo Pit,
ich habe folgende Vermutung: Beim Billigdrachen sind normalerweise auch Billigleinen dran. D.h. diese Leinen ähneln eher Gummiseilen als richtigen Drachenleinen. Bei den Billigteilen sind sehr große Lenkbewegungen nötig, um den Drachen steuern zu können, weil viel Bewegung in der Elastizität der Gummischnüre verloren geht.
Ein "gscheiter" Drachen sollte natürlich auch mit entsprechenden höherwertigen Leinen geflogen werden. Diese ordentlichen Leinen haben eine sehr geringe Dehnung, sodass die Lenkimpulse relativ direkt am Drachen ankommen.
Wenn der Easy mit solchen passenden Leinen geflogen wird, werden Dir die nötigen Lenkbewegungen am Anfang natürlich sehr klein und filigran vorkommen.
Hast Du ordentliche Leinen dran?
Zu Deinem Problem, dass sich der Drachen immer wieder auf den Rüchen legt (übrigens ist dies bereits der erste Trick, namens "Backflip"): Ein Drache legt sich u.a. in den Backflip, wenn man beim Horizontalflug ruckartig an der unteren Flügelspitze zieht. Ich könnte mir vorstellen, dass Du einfach viel zu heftige Lenkbewegungen machst und dadurch das Backflip-Problem entsteht.
(Ist eigentlich kein Problem, weil man aus dem Backflip auch wieder rauskommt, bzw. sanft landen kann. Voraussetzung: man balanciert rechts und links aus)
Das ist jetzt natürlich nur meine Vermutung. Um dies zu verhindern, solltest Du den Drachen erstmal in den Zenit ganz nach oben fliegen. Dort beginnst Du ganz sachte mit leichten Lenkbewegungen um zu lernen, wie der Easy reagiert. Wenn das klappt, kannst Du auch weiter unten Scheibenwischer fliegen.
Merke: Solange an einer Leine mehr gezogen wird, als an der anderen, fliegt der Drache eine Kreisbahn. Wenn auf beiden Leinen die gleiche Spannung ist, fliegt der Drache mit der Nase geradeaus weiter in die Richtung, in die die Nase zeigt. (Vorsicht: auch senkrecht in den Boden rein!!!).
Wichtig ist, nur sehr kleine Lenkbewegungen zu machen, und im Panikfall nicht hektisch stark zu ziehen. Wenn Bodenkontakt droht, einen Schritt auf den Drachen zumachen und beide Arme nach vorne werfen, um Druck rauszunehmen. Wenn das auch schon zu spät ist, kurz vor dem Aufprall eine extreme Lenkbewegung machen, dann geht der Druck auch raus.
Zur Waage: Ich würde erstmal die Originalstellung beibehalten. Wenn der obere Waageschenkel verkürzt wird (Drache steht flacher zum Wind) wird er zwar etwas schneller, reagiert aber nicht so heftig auf die Lenkbefehle. Auch reißt die Strömung nicht so schnell ab, wenn mal eine Kurve etwas überrissen wird. Das kommt aber auch auf den Wind an.
Versuche auch, die Hände beim Fliegen an den Hüften oder max. 50cm davor zu halten.
Die Arme sollten auf keinen Fall über den Kopf genommen werden. Da der Easy nicht gerade ein Power-Drache ist, sollten die Hände beim Fliegen nicht nach vorne gestreckt sein.
Viel Spaß beim Üben und wenig Crashs.
Grüße
Rolf