Hallo,
gestern habe ich wieder ein paar neue Erfahrungen gemacht. Ca. 17:30 kam ich dazu, noch ein bisschen Drachen fliegen zu gehen. Der Wind war den ganzen tag über sehr gut gewesen und eigentlich auch noch da. Nicht sehr viel davon, aber da habe ich halt mal eine dünnere Leine genommen (weniger Gewicht) und das ausprobiert. Die Windrichtung war eher nicht so klar, d. h. es war schon so die Zeit wo sich das hier unterhalb der Weinberge gegen Abend ändert.
Dann habe ich mal Richtung Weinberge geschaut und mich nicht so auf meinen Drachen konzentriert (Jumbo Power Sled) und als ich plötzlich merkte, dass der Zug nachgelassen hatte, segelte er ganz gemütlich relativ weit unten über dem nächsten Feld. Meine Versuche ihn wieder nach oben zu ziehen, in den stabileren Wind, waren plötzlich völlig unmöglich. Weder Leine einholen noch laufen reichte aus um ihn zu stabilisieren, bis er plötzlich dann ganz kollabierte. Etwas später habe ich ihn dann wieder hoch gebracht und bei der nächsten ernsthafteren Flaute nochmal genau den gleichen Ablauf gehabt. Als der Wind drehte und schwächer wurde, reichte er auch dann wieder nicht, um den Drachen wirklich am fliegen zu halten.
In beiden fällen war kurz vorher der Zug auf der Leine durchaus so gewesen, dass er ein Rig gut hätte tragen können. Was mich verblüfft hat war, wie schnell dann diese Tragfähigkeit vollkommen weg war. Ich war jedenfalls sehr froh, keine Kamera drangehängt zu haben. Meine Nase hatte immerhin schon gerochen, dass die gute Zeit - jedenfalls mit diesem Drachen - vorbei war.
Was mir aber durch dieses Experiment sehr deutlich vor Augen gekommen ist war die Tatsache, dass ein stabloser Drachen viel mehr Wind, Einholen oder Laufen braucht, um sich wieder zu stabilisieren. Er segelt nicht so gemütlich vor sich hin wie ein Delta, ein Maxi-Dopero oder gar ein Genki, sondern wenn die Form weg ist, dann ist sie einfach weg.
Flow Form Drachen sind also ganz klar zum Fotografieren nur geeignet, wenn ein stabiler Wind weht, der auch stark genug ist. Ein Gestänge, welches die Form hält, macht es einem Drachen offenbar viel leichter sich wieder zu fangen und normal weiter zu fliegen.
Auf der anderen Seite ist mir aufgefallen, dass in solch einem Falle eine gute große (sprich flinke) Rolle helfen könnte. So schnell wie das gebraucht wurde konnte ich die Leine gar nicht einholen. Außerdem ist so eine Aktion auch gut geeignet ein großes Wollknäul zu produzieren.
Es stellt sich mir nun die Frage, wie die Leute, die so schöne Schattenbilder in Abendbeleuchtung produzieren, den Wind am Laufen halten...