So, endlich is der Reisestress (fast) vorbei und meinereiner sitzt für die nächsten 60 Tage in China.
Die Idee mit der Arktis gefällt mir irgendwie - Franz Joseph Land soll angeblich sehr schön sein und ich wär auch mal neugierig wie Eisbär schmeckt. Wegen der Temperaturen mach ich mir nur ein wenig ums Material Sorgen. Ich überlegs mir auf jeden Fall.
Sicherheit: also eine Kollision Flugzeug gegen Drache sollte nun wirklich das Flugzeug überleben. So ein großer Brummer atomisiert den Flattermann binnen Nanosekunden. Sonst müßte man doch auch Störchen und anderem großen Viehzeug ein Flugverbot erteilen.
Problematisch isses allerdings mit Hubschraubärn. Eine Taumelscheibe eignet sich nachweislich nicht gut als Drachenschnurspule, es konnten bereits Abstürze darauf zurückgeführt werden.
Da kommt wieder der große China-Vorteil zum Tragen: Privatflugzeuge gibts nicht, nur die Linienflieger und das Militär. Also hält man sich einfach von Flughäfen fern und das Militär hält sich von den frequentierten Drachensteigplätzen fern. So sind alle glücklich und man braucht nix zu beschränken.
Kite-flyer: du kannst dir das Material im Stammtisch Fred angucken, da hab ich Bilder reingestellt. Ich bin ja eigentlich auch der Meinung, dass 60 RMB viel zu teuer für das Zeug ist, dafür könnte man sich 20 große Bier kaufen. Da mir nach 20 Bier wahrscheinlich schlecht wird, soll halt der Drachenfachverkaufsdruide sein Geschäft mit mir machen. Dafür gibt er mir feine Tipps und Tricks, es dauert nur immer etwas länger bis ich kapier was er mir verklickern will, ich spreche unglücklicherweise kein chinesisch.
Also was haben wir diese Woche über profilierte Deltas gelernt:
ein stark gespannter Delta lässt sich zwar recht gut steuern, braucht aber immer Windund kann sehr schlecht mit kurzen Flauten umgehen. Dann tendiert er nämlich dazu, auf irgend eine Seite wegzukippen und dann führt der Weg erst mal nach unten. So kann man sich wunderbar in einer rauf - runter - Endlosschleife verfangen.
Flautenfest dagegen wäre ein stabloses Fuggerät wie zum Beispiel die allseits bekannten und beliebten fliegenden Fische. Diese Drachenart hat allerdings den Nachteil, dass sie bei zu starkem Wind zusammenklappt und dann wie ein Stein vom Himmel fällt (durfte ich auch schon beobachten). Ausserdem sind die Teile fast unlenkbar.
Der Mittelweg ist ganz einfach ein Delta mit weichen Stäben, der schön locker gespannt wird. Die Luftströmung bildet dann das Profil aus, dass uns den Auftrieb erzeugt. Getestet werden die Einstellungen bei Windstille: lässt man die Leine Locker muß das Ding dann horizontal wie eine Wasserwaage in der Luft liegen. Das verhindert schnelles Absinken und der Drachen bleibt trotzdem starkwindtauglich.
Leider muß ich nun alle weiteren Höhentests ein wenig nach hinten verschieben - in Wuxi herrscht seit Tagen völlige Windstille.
Greetz
Mike