Beiträge von Anonymous

    So, jetzt kommen wir der Sache aber wirklich näher (freu)


    Also, zunächst habe ich mir Gedanken über die Flugphysik gemacht. Jive und Tattoo II sind beide sehr gut durchkonstruiert, aber jeder auf seine Art. Das war das, was mich zunächst so durcheinandergebracht hat. Wirklich entscheidend ist, wie der Drache die Strömung in Vortrieb umsetzt. So und nun muß ich mal ein paar Begriffe erfinden, weiß nicht, ob es dafür richtige Fachbegriffe gibt.


    Der erste Unterschied ist der, wie 'gebündelt' der Vortriebsstrahl ist. Sagen wir mal, es gibt 'Bündelstrahler' und 'Spraystrahler'. Ich nehme an, 'Bündelsstrahler' sind windsensibler als 'Spraystrahler'. Über den Einfluß auf Flugstabilität und anderes bin ich mir noch nicht im klaren, aber auf jeden Fall nimmt ein 'Bündelstrahler' sehr viel schneller Vortrieb auf, was für den Trickflug wohl relativ unangenehm ist (siehe auch weiter unten).


    Der zweite große Unterschied ist der, welchen Winkel die Vortriebsstrahlen bilden. Der Gemini hat ja sogar drei Vortriebsstrahlen, da kann man das schön sehen. Der Winkel entscheidet wesentlich über die Stabilität wie die V-Stellung der Tragflächen beim Flugzeug.


    Man kann einem Deltadrachen meistens also bereits ansehen, wie er sich fliegen wird und wofür er gedacht ist. Mächtig spannend. So, nun bekomme ich auch die Antworten:


    Der sogennante 'Stall' beim Lenkdrachen ist nicht dasselbe, was man beim Flugzeug drunter versteht. Es ist kein Strömungsabriß, denn der findet eher statt, wenn der Drachen mit viel Slack dreht. Der Stall ist ein Kräftegleichgewicht zwischen Schwerkraft und Vortrieb, in den ersten Zehntelsekunden liegt allerdings tatsächlich ein Strömungsabriß vor, der Vortrieb reißt ab. Das heißt für mich, den Jive nehmen und Waage auf steil. Darum liegt der Jive auch so gut im Slide - er ist ein stabiler 'Spraystrahler', er kann auf seinem Vortriebsstrahl wirklich stehen. Tolle Sache.


    Beim Pancake hilft mir garnichts außer stabilen Windverhältnissen. Zug ist Zug, aber der Jive ist auf Grund seiner Charakteristik besser geeignet. Ich kann das nur vermuten, aber es könnte sein, daß er auch aus dem Auftrieb was raus nimmt, fühlt sich jedenfalls so an. Heißt für mich: erst um den Axel kümmern.


    Mein 'Axel' ist kein Axel (war aus Zeitgründen noch nicht wieder auf der Wiese). Da muß mir was anderes einfallen. Der Halfaxel ist aber schon ein paar Mal gelungen, ich hab's nochmal mit den Videos verglichen (aber nur mit dem Jive).


    So, zu den anderen Dingen.


    Zitat

    Das ist überhaupt kein Widerspruch zum Energieerhaltungssatz! Beim aufwärts fliegen steckst du durch Zurücklaufen Energie in Form von potentieller Energie in den Drachen. Beim runter fliegen wird wieder Energie freigesetzt. Das geht bei absolut keinem Wind natürlich nicht 1:1 auf, aber draußen ist so gut wie immer irgend eine Strömung. Daher kann man mit der richtigen Technik den Windbereich eines Drachens erheblich vergrößern.


    Eben. Bei 1:1 wär's ein Perpetuum Mobile. Wie Du richtig sagst, vergrößert man damit den Windbereich,das weiß ich bestens - ein Drittel meiner bisherigen Praxis besteht darin, Drachen oben zu halten. Beim 'Pumpen' nutzt Du denselben Effekt. Für den Tattoo II ist der Windbereich, in den ich hinein vergrößern muß, sehr gering (ich nenne ihn Ballonfahrabenddrachen, herrlich, an so einem Abend damit in den Sonnenuntergang zu gehen).


    Zitat

    Bei einfachen Drehungen ist die Aerodynamik vom Drachen sehr wichtig. Bei einer Ecke zählen ganz andere Faktoren. Unter anderem macht es sich sehr bemerkbar wo die Waagepunkte am Drachen liegen. Wenn man dann noch verschiedene Waagetypen vergleicht wird es richtig abenteuerlich.


    Da widerspreche ich auch nicht (obwohl ich behaupten möchte, daß auch für Ecken die Aerodynamik sehr wichtig ist, ich muß nämlich die 'eingebaute' Stabilität überwinden). Weiterhin sind Eckenpräzision und Eckengeschwindigkeit verschiedene Dinge - aber vielleicht könnte es sein, daß 'Drehfreudigkeit' ein Begriff ist, der in der Drachenfliegersprache relativ feststeht und was anderes bedeutet, als ich meine? Allerdings, wird ein Drache, der Spins nur relativ langsam geht, wirklich in Zehntelsekunden um eine Ecke gehen?


    Zitat

    Es gibt sogar Leute die fliegen ganz ohne Wind. Dazu noch in Gebäuden, allerdings mit Energieverlust. Hier mal auch mal eine 747-mit mehr als 180 Grad "Windfenster"...


    Ich weiß :) Ich hab' mir das Video noch nicht angesehen (sorry, Analogmodem), aber ich wette, da kommt der 360-er, von dem ich gerüchteweise gehört habe. Boah, bin ich faul!


    Zitat

    Windfenster? Das ist wichtig, aber Du fliegst einen Trickdrachen. Da geht es in den Tricks meistens um eine Relativbewegung zur vorherschenden Hauptströmung.


    Ja, z.B. hat der 'Jive' kein 180° Windfenster (konstruktionsbedingt, ist völlig ok). Allerdings fliege ich nur diesen einen Trick(lern-)drachen. Mein Interesse geht eher in Richtung Schönflug, aber ganz ohne Tricks dürfte das ein 'dead end' sein. Vielleicht werde ich mich nie weiter entwickeln als bis dahin, was man 'oldschool' nennt. Ich bin ganz glücklich, Drachen erwischt zu haben, die gegensätzliche Konstruktionsprinzipien verwirklichen.


    GiMiCs, "Ein Drache wie der Tattoo", Du bist ihn noch nicht geflogen, oder, sondern nur 'ähnliche' Drachen? Paul May in "Sport und Design":


    Zitat

    Die Flugpräzision des Tattoo II ist für einen Kite seiner Größe ordentlich. Loopings werden bei leichtem Wind ebenso wie enge Spins mit nur minimaler Nachdrehneigung beendet und selbst aus knackig geflogenen, hart gesnapten Ecken kommt der Drachen aus der Rasteder Manufaktur mit einer recht geringen Tendenz nachzuwackeln. Im Tricksegment sollte man von einem Drachen dieser Zielsetzung nicht die allerheißesten, abgedrehtesten und wildesten Moves erwarten. Für diese ist der Tattoo II nicht konzipiert, hier fehlt es ihm schlichtweg an Schwungmasse. Selbst im Fade will er bei böigem Wind mit feinfühliger Hand gehalten und zum Backspin möchte er durch wohl dosierte
    Impulse überredet werden. Seine echte Stärke vermag er dann auszuspielen, wenn man mit ihm die Klassiker des Trickflugs ausführt. Stalls, Sideslides, tellerflache Axels und 540er – all das zelebriert der Tattoo II in einer Weise, die fast schon in Vergessenheit geraten ist.


    Ganz sicher kann man ihn nicht mit der Nirvana-Class vergleichen, die Du sicher fliegst. Aber gegenüber dem Jive ist er schon genauer und härter in den Ecken, und auch dem Jive hat Paul May "eine bereits sehr beachtliche Flugpräzision und Tricktauglichkeit" bescheinigt (beide sind etwa gleich groß, Jive Kreis/Ecke 4(6), 3(6), Tattoo II keine Zahlenangaben). Also ganz sicher keine 6(6), wie Du es sicher fliegst (Pairflieger?), aber für einen 90-Euronen-Drachen ganz sicher eine Menge.


    Viele Grüße (uff, war das lang)


    Dienstag

    Für Tricks kommt in der Preisregion nur der Mosquito in Frage. Der Tease und der Dropkick sind dafür nicht gebaut.


    Wenn Du mehr Geld ausgeben willst (und dafür natürlich auch eine wesentlich höhere Qualität bekommst) schau Dir mal den Kamikaze (Drachenkiste) und den Engel (Kitehouse) an. Und ganz neu der Skyknife hergestellt und vertrieben von Korvo hier aus dem Forum.


    Der Trickreichste Vierleiner im Moment ist ganz klar der Knockout! (Aviator Kites).
    - Editiert von Mark O 2 am 15.08.2009, 14:37 -

    Hallo erstmal,


    als Neuling in diesem Forum gleich erst mal eine Frage:


    Als ich fliege seit einiger Zeit einen Rev 1,5 SLE ( hab nur einen 4-Leiner ). Seit diesem Sommerurlaub hat nun mein Sohn mit seinen 10 Jahre
    den nun mehr in Beschlag und ich kann nur noch zusehen.
    Also, ich suche nun ein weiteres 4-Leiner Modell.
    Da ich aus dem Sauerland komme ( meistens nur wenig Wind) hätte ich gern ein Modell welches gerade für "Tricks" geeignet ist.
    ( Kein Power und kein Speed).
    Taugen die Modelle Dropkick, Mosquito oder Tease etwas ?


    Ich hoffe auf reichliche Anregungen.
    Bis denn , Willy

    mit dem wind kan ich echt nich einschätzen, und bevor ich scheiße erzähle, lass ichs lieber.
    und zu den anderen fragen: das waren echte 3 meter von den füßen zum boden, wie mir auch beobachter bestätigt haben. und ich wurde auch nicht in die luft gerissen, sondern hab mehrmals lift-sprünge, oder wie das heißt gemacht, d.h. ich hab den drachen an den unteren windfensterrand gezogen, bin gegen den wind angerannt, während ich den drachen in das zentrum und anschließend nach oben gezogen habe und gesprungen (oder geflogen) bin.
    dazu muss man sagen das der wind echt heftig war, man konnte so ziemlich keine loops machen, und dass ich erst vor ein paar wochen 14 geworden bin und relativ klein für mein alter bin.
    :( :( :(

    hallo
    ich komm grad aus holland wieder und hab da meine vor 3 wochen erworbene magma 3.0 ausgiebig getestet. ich bin auch 14 jahre alt, und muss sagen das die echt ausreichend fürn nen einsteiger wie mich ist. ich hab mir auch gleich ein radsails trapez für 30 euro und ein umlenkset gekauft, und konnte beim ersten mal dann auch 4-5 Stunden lang fliegen, wenn auch mit muskelkater danach :-O . ich hab den drachen bei mäßigen winden regelmäßig in der hand gehabt und kann jetzt große loops, mehrere kleine loops hintereinander, und sonst den drachen gut beherrschen.
    dann hab ich bei echt heftigen winden den drachen bis aufs äußerste getestet und sogar 3 meter hohe sprünge gemacht. die magma 3.0 kostet auch 130 euro und is fürn einstieg super.
    mein nächstes ziel is ne twister II 4.1. Ich hab die auch sogar mal von nem kumpel ein paar mal in der hand gehabt, kam aber nich so mit der bar zurecht und werde die wahrscheinlich mit handles kaufen. :-O :-O :-O :-O :-O :-O

    Und ich fahre am liebsten schnell mit harten Channels, ist aber auch eine Gewöhnungssache. Die billigen Serienskateboardachsen kannste vergessen.
    Quali zahlt sich, wie immer, auch hier aus.

    Naja, Force10...


    Ich kann das ehrlich gesagt nachvollziehen, wenn einem der Drachen optisch und/oder vom Flugbild nicht gefällt, ist es schon schwer, richtig Geld für sowas auszugeben.


    Und, ohne jemanden nahetreten zu wollen (Geschmack ist bekanntlich immer subjektiv), für mich ist ein Rev auch wirklich nicht schön. Weder im liegen/hängen, noch im Flugbild. Angetan hat es mir der Knockout, leider für "mal schaun ob Vierleiner auch was für mich sind" ein bisschen teuer.


    So bleibt einem eigentlich nur ein Mosquito oder ähnliches. Der Spass kommt auch vom zusehen ;)


    herzliche Grüsse,


    Jazzymarco (der wohl mal in Lemwerder vorbeischauen wird)

    Ja stimmt das war eine Wiederholung. Der Bericht war glaube ich im März aktuell.
    mit dem sprechen habe ich mich auch schon verbessert, ich ziehe nicht mehr so extrem die Schultern hoch
    Ach und ein weiterer Bericht wird in nächster Zeit erstmal Nicht folgen
    Nicht dass ich mich Nicht gerne im Fernsehen sehe, aber die ständige Kamera nervt natürlich ziemlich ;)
    Marc

    Zitat

    Original von Windakrobat
    Und ich habe in der letzten Zeit durch Paul so ziemlich alles an der Leine gehabt, was im Moment angesagt ist.
    Gruss Andre


    Das wage ich mal zu bezweifeln...Paul hat viele Kites durch seine Testberichte fliegen dürfen und ist was diese Kites anbetrifft sicherlich ein guter ansprech Partner. Aber es gibt weit aus mehr (und ich meine viel mehr), für insider, angesagte Trick Kites die er nicht geflogen ist, da diese zum Testen für die Zeitschriften erst gar nicht abgegeben werden...sicherlich fliegt er auch mal einen der nicht für einen Test ist, aber soviel sicherlich nicht.
    Bevor irgend wer jetzt den Paul verteidigen muß, ich schätze und respektiere den Paul sehr...also gar nicht erst versuchen ;)

    :-o Echt? Ein Drachen mit mehr als 180 Grad Windfenster, und das auch noch nichts besonderes? Und dann noch einer, der dreht wie eine 747 und knackige Ecken macht?


    Beides ist physikalisch schwer vorstellbar. Im ersten Fall befindet sich der Drachen irgendwann im Rückenflug, im zweiten Fall hätte man gleichzeitig hohe und niedrige Kreisbeschleunigung. Das mit dem Rückwärts- und Vorwärtslaufen bei Windstille ist physikalisch genauso dubios - man landet nicht wieder am Ausgangspunkt, ohne den Energieerhaltungssatz zu verletzen.


    In der Praxis werden alle die wirklich guten Drachen ein Windfenster von nahe 180 Grad haben und eine ausgewogene Drehbeschleunigung, die knackige Ecken ermöglicht, ohne zu kippelig und nachdrehend zu sein. Das Vor- und Rückwärtsgehen macht man dann, wenn der Wind ein wenig unter dem Minimum des gerade geflogenen Drachen ist (der Wind liefert dann aber trotzdem noch Energie). Und nicht spurtreue Drachen eiern, das will wohl auch keiner.


    Ich bin vielleicht ein Drachenflieger-Newbie, aber das bitte nicht mit "keine Ahnung und auf alle Fälle den falschen Drachen" verwechseln.