Meine Lieblings-Nähfüße

  • Hallo,


    ich werde bei Workshops immer mal wieder nach den Nähfüßchen gefragt, die ich gerne benutz.

    Deshalb möchte ich hier meine Favoriten vorstellen.


    Meine Nähmaschinen sind Pfaff 1222, Pfaff Tiptronic 6230 und Pfaff Quilt Exprassion 720.

    Bei allen Maschinen kann ich die gleichen SnapOn-Füßche von Pfaff verwenden. Bei der 1222 brauche ich dazu allerdings einen Abapter.


    Ich werde hier nach und nach die verschiedenen Füßchen (auch angepasste oder modifizierte von anderen Herstellern) vorstellen und erklären wie ich sie verwende und was ich damit mache.


    Vielleicht kann der ein oder andere damit was anfangen und sein Repertoir etwas erweitern.


    Grüße Carsten

  • Anfangen möchte ich mit den Standart-Nähfüßchen.


    Das ist der schmale Standartfuß, er lässt zick-zack Stiche bis zu 6mm Breite zu.

    Hinten hat er den Ausschnitt für den Obertransport.


    Das hier ist im Prinziep der gleiche Fuß, er ist etwas breiter und erlaub zick-zack Stiche bis zu 9mm Breite.

    Er ist eigentlich für die Qulit Expression, da das SnapOn System aber das gleich geblieben ist, passt er auch auf die älteren Maschinen.


    Die älteren Maschinen können meist nur maximal 6mm breite Nähte, warum benutze ich ich also den Fuß mit meiner Tipronic.


    Der ganze Fuß ist breiter und fixiert so den Stoff bei Nähen besser. Gerade beim Applizieren wird der Stoff besser gehalten und zieht sich nicht so zusammen (da hat natürlich auch die Fadenspannung ihren Einfluß).

    Das ist jedenfalls mein Eindruck.
    Auch wenn man einen etwas breiteren Saum näht, sei es mit Saumband oder einen Rollsaum, wird der Saum besser plattgedrückt und wird faltenfreier.


    Grüße Carsten

  • Dann möchte ich mal eine Info für alte Berninas ergänzen:

    Ich finde Fuß 34 absolut topp für unsere Zwecke:


    Fuß für Bernina 730 Record


    Glatte Unterseite, der waagerechte Schlitz ist genau 6mm breit (perfekt für Segelmachernaht) und

    gute Sicht auf die Dinge weil durchsichtig.


    Bei einer Bestellung darauf achten, dass es zwei verschiede Aufnahmen gibt (mit und ohne Schlitz).


    Grüße, Jörg

    www.nasenbaer-drachen.de
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  • Hmm, das sollte jetzt eigentlich keine Pfaff Einkaufsberatung werden.

    Außerdem variieren die Bestellnummern je nach Anbieter.

    Bestellnummeren werde ich hier keine veröffentlichen.


    Grüße Carsten

  • Und weiter geht es mit dem Applikations-Fuß.


    Den Fuß habe ich hinten ausgefeilt, damit ich ihn mit dem Obertransport benutzen kann.


    Der Fuß ist recht klein, kurz und durchsichtig. Damit ist er sehr gut für Applikationen mit sehr engen Radien geeignet.

    Man sieht wirklich sehr viel!
    Ich nähe oft mit einen schmalen Zick-Zack Stich wenn ich in appliziere. Der Fuß ist unten drunter etwas ausgespart, damit die Naht reibungsfrei unter dem Fuß lang laufen kann.


    Diesen Fuß benutze ich auch sehr gerne um Schnüre aufzunähen. Die Öffnung vorne ist recht breit. Dadurch wird die Schnur super vor der Nadel zentriert.

    Man muß die Schnur praktisch nicht mehr fest halten und kann sich mit 2 Händen um den Stoff kümmern.

    Zum Aufnähen benutze ich gerne einen schmalen Segelmacher-Stich. Da trifft immer ein Stich die Schnur. ;)

    Wenn man die Schnur mit einem normalen Zick-Zack Stich nur umsticht ohne die Schnur zu treffen, kann man sie später einfach unter der Naht heraus ziehen und das ist nicht Sinn der Sache.


    Grüße Carsten

  • Als nächstes kommt dier Reißverschluss -Fuß


    Eigentlich ist er zum Einnähen von Reißverschlüssen gedacht. Er kann rechts- oder linksbündig angebracht werden.

    Dadurch kann man die Nadel ganz an der Fußrand stellen.

    Das ist sehr hilfreich wenn man sehr wenig Platz für den Nähfuß hat z.B. wenn man eine ausgeformte Stabtasche aufnäht, oder beim Aufnähen eines Profils bei einem Lifter oder einer anderen Matte.

    Da kann man das Profil direkt neben der Nadel hochfalten wodurch sich da "Krumme" an das "Gerade" viel besser annähen lässt.


    Grüße carsten

  • Auf den umstrittenen Rollierfuß, der bei fast jeder Nähmaschine dabei ist, möchte ich auch eingehen.



    Für Spinnaker-Rollsäume taugt der Fuß meiner Meinung nach gar nicht. Das haben schon viele probiert, leider erfolglos. Mit normalem Stoff geht es ganz gut.


    Ich nutze den Fuß zum Säumen von Organza-Schwänzen.



    Am Anfang falte ich den Stoff leicht vor, lege ihn unter den Fuß und beginne langsam zu nähen. Während der ersten paar Stiche ziehe ich ich die Stoffkante in den Rollierfuß.

    Wenn er richtig sitzt kann man vollgas geben. Dann braucht man nur noch darauf zu achten, dass die Stoffkante einigermaßen ordentlich in den Rollierfuß läuft.

    Ich benutze immer einen sehr schmalen Zick-Zack Stich und reduziere die Fadenspannung. Denn im Gegensatz zum Geradstich ist diese Naht dann elastisch und zieht die Saumkante nicht so stark zusammen.


    Grüße Carsten

  • Nun der Perlenfuß



    Einmal von oben und einmal von unten.




    Der Perlenfuß wird zum Aufnähen von Perlenschüren zur Verziehrung von Kleidung benötigt.

    Er hat eine große Aussparung unten, durch die die Perlenschnur läuft. Den Fuß gibt es mit verschieden großen und hohen Aussparungen bis zu 6x6mm.

    Für Obertransport ist er nicht geeignet und ich würde ihn auch nicht ausfeilen.


    Da wir im Drachenbau normalerweise keine Perlenschnüre benutzen, erkäre ich nun für was ich ihn nehme.


    Ich nähe oft Schnurschlaufen auf die Ecken meiner Drachen. Das ist viel einfacher wenn man die Schlaufe erst ein Stück zusammennäht bevor man die einzelnen Schenkel rechts und links auf die Segelkante näht.

    Das geht mit diesem Fus sehr einfach. Man hält die Schlaufe hinten und vorne fest und zieht sie ein paar mal hin und her. Der Transport greift im Tunnel nicht, deshalb hält man fest und ziehst selbst hin her.


    Außerdem lassen sich Stäbe bis 4mm direkt mit einem breiten Zick-Zack Stich auf den Stoff nähen.

    Bei kleinen Drachen kann man auch statt einer Stabtasche einfach eine Endkappe aufnähen. Die sichere ich dann mit etwas Sekundenkleber und habe mir das Aufnähen einer Dacrontasche gespart.


    Grüße Carsten

  • So nun komme ich zu den Füßen, die ich etwas stärker modifiziert habe.


    Hier der modifizierter Saumbandfuß für Spinnakerband 25mm



    Wie genau ich den modifiziert habe könnt ihr in dem Thread Saumapparat, Probleme und Lösungen sehen, dort habe ich es schon beschrieben.


    Für alle die mit dem aufgeschraubten Saumaparat z.B. von Sussei nicht zurecht kommen, ist das eine echte Alternative.


    Grüße Carsten

  • Und zu guter letzt noch eine Füßchen, das zum Säumen mit vorgefaltetem Schrägband aus Satin beeignet ist.



    Für welche Maschine es ursprünglich gedacht ist, weiß ich gar nicht. Das Paff SnapOn-System ist jedenfalls etwas zu breit und es Passt nicht auf den Füßchenhalter.



    Deshalb habe ich den Haltesteg herausgetrieben, die Backen etwas schmäler und damit die Öffnung breiter gefräst und hinten für den Obertransport aufgefräst.

    Das Schrägband eignet sich sehr gut um Segelkanten mit starkem Radius zu saumen. Das geht mit Spinnakerband nicht wirklich schön.


    Den Fuß habe ich hier schonmal vorgestellt.


    Grüße Carsten

  • So das waren die Füße die ich regelmäßig benutze.


    Der Vollständigkeit halber hier auch noch der Link zu dem SnapOn Adapter-Füßchenhalter für die Pfaff 1222


    Bitte stellt hier auch gerne eure Lieblingsfüße ein, wie Jörg das weiter oben schon gemacht hat.


    Da ich nur von der Pfaff-Seite drauf schaue, ist das ein prima Ergänzung.


    Grüße Carsten