Da auch in der Drachenszene eine Vielzahl an Fachbegriffen verwendet werden, dachten wir uns, wir könnten doch im Drachen Forum ein kleines Lexikon erstellen. Das Lexikon erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit - aber wir arbeiten daran. ;) Als registriertes Mitglied kannst Du selbst an der Verbesserung und Vervollständigung des Drachen Lexikons mitmachen!
- Simultanflug
Unter Simultanflug versteht man das gleichzeitige Fliegen mehrerer voneinander unabhängiger Lenkdrachen.
Simultandrachenflieger fliegen meist jeweils einen Lenkdrachen an einer Hand. Manche sogar einen dritten der dann mit der Hüfte gesteuert wird und schaffen es so, ganz alleine Darbietungen zu fliegen, die sonst nur Teams vorbehalten wären.
Der weltweit bekannteste Drachenflieger ist Ray Bethell, der mit seiner Kunst bereits die ganze Welt bereist hat und zahlreiche Preise gewann.
Der wohl berühmteste deutsche Simultanflieger ist Holm Gottschling aus Neuss, der in seiner aktiven Zeit populäre Geschichten, wie "Märchen aus 1001 Nacht" oder "Das Phantom der Oper" in simultangeflogene Drachenballets umgesetzt hat.
- Schirmdrachen
Der Schirmdrachen ist ein Drachen, der mit sehr grossem Erfolg bei wissenschaftlichen Drachenaufstiegen eingesetzt worden ist. Entwickelt ua. aus dem Hargrave, wurde er vor allem vom königlich, preussischen Institut in Lindenberg, nahe Berlin, zur metereologischen Beobachtung eingesetzt. Am 1 August 1919, wurde dort der noch heute gültige Höhenweltrekrod von 9740m einer Drachenkette (8 Schirmdrachen hintereinander) aufgestellt, wobei die Größen der Drachen zwischen 10qm und 5qm variierten. Insgesamt waren 15km Draht in der Luft.
Auf den ersten Blick sieht der Schirmdrachen fast aus wie ein Hargrave, wobei er entweder mit zwei gleich grossen Zellen, oder aber mit einer kleineren, hinteren Zelle gebaut worden ist.
Das Gestänge ist gänzlich unterschiedlich zum Hargrave. Hier kommt ein Faltmechanismus zum Zuge, der die Zelle des Drachens wie ein Regenschirm aufspannt - daher auch sein Name.
- Stopfnadel
Die modernen Lenkdrachen machen ansich keine Fluggeräusche mehr. Das wird u.a. dadurch ermöglicht das in der Schleppkante eine sog. Saumschnur eingezogen ist und diese verhindert das das Segel im Flug anfängt zu schwingen und zu knattern.
Um diese Saumschnur jetzt in den Saum zu bekommen bedient man sich einer Stopfnadel. Die Schnur wird sehr lang durch das Öhr gezogen. Nun die Nadel durch den Saum schieben und am anderen Ende rausführen. Jetzt kann die Schnur durch den gesamten Saum laufen und an den jeweiligen Wingtips so gespannt werden wie es notwendig ist.
» Siehe auch: Spleißnadel
- Loops #2
Neudeutsch für Flugschlaufen.
Wird im Plural verwendet da man zwei Loops benötigt um einen Drachen zu lenken.
» Siehe auch: Flugschlaufen
- Nachtfliegen
Bei Zuschauern und Piloten beliebter Programmpunkt vieler Drachenfeste. Nach Einbruch der Dunkelheit werden besondere Drachen ausgepackt und gestartet. Einige Drachen sind hierfür extra mit eigener Beleuchtung oder reflektierendem Material ausgestattet worden. Hier kennt die Phantasie der Einleiner- und Lenkdrachenpiloten kaum Grenzen. Besonderer Leckerbissen sind Nachtflugshows mit Choreografie und Feuerwerk.